Suppen

Kartoffel-Spinat-Suppe mit Bärlauchpesto

2016/04/03

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Der April hat schon Humor. Am Ersten konnte ich meinen Augen kaum trauen, als ich morgens durch mein Küchenfenster schaute- eine dicke, matschige Schneeschicht hatte über Nacht den Boden bedeckt. Auf dem Weg zur Arbeit dann Schneechaos auf den Straßen, kilometerlanger Stau, kein Vorwärts- und kein Rückwärtskommen, schließlich mit einer Stunde Verspätung doch noch angekommen. Tagsüber ist man ja dann so mit diesem und jenem beschäftigt und viel Zeit aus dem Fenster zu schauen hatte ich nicht. Umso überraschter war ich als ich am späten Nachmittag in strahlenden Sonnenschein und 15 Grad herausgetreten bin. April, April! Ich glaube der April hat sich eine kleinen Scherz mit uns erlaubt und zeigt sich jetzt umso gnädiger mit einem wunderbaren, sonnigen und milden Frühlingswochenende.

frühblüher

kartoffel-spinat-suppe mit bärlauchpesto 2

K a r t o f f e l – S p i n a t – S u p p e   m i t   B ä r l a u c h p e s t o

Für die Suppe:

  • 2 EL Öl
  • 3 große Kartoffeln, gewürfelt
  • 1/2 Zwiebel, klein geschnitten
  • eine Handvoll Spinat (ich habe Tiefkühl-Spinat genommen)
  • 1 l Wasser + 4 TL Gemüsebrühe (Pulver) oder aber 1 l Gemüsebrühe
  • 150 ml Sahne (oder Cremefine)
  • Salz/ Pfeffer

2 EL Öl in einem großen Topf erhitzen und die klein geschnittenen Zwiebeln anschwitzen, bis sie glasig sind. Anschließend die gewürfelten Kartoffeln hinzugeben und kurz mit anbraten. Mit der Gemüsebrühe auffüllen, salzen und pfeffern und kurz aufkochen lassen. Bei mittlerer Temperatur etwa insgesamt 20-25 Minuten simmern lassen, bis die Kartoffeln weich sind. 10 Minuten vor Ablauf der Kochzeit den Spinat mitzugeben und mitkochen lassen. Schließlich alles pürieren, die Sahne unterrühren und die Suppe abschmecken.

 

Für das Pesto:

  • ein großes Bund Bärlauch
  • 3-4 EL Walnussöl
  • 50 g Walnüsse
  • etwas geriebenen Pecorinokäse (je nach Geschmack mehr oder weniger)
  • 1-2 EL Zitronensaft
  • etwa 1 TL Salz und 1/2 TL Pfeffer

Bärlauch klein schneiden und zusammen mit den anderen Zutaten in ein hohes Gefäß geben. Mit dem Pürierstab zu einer sämigen Masse zerkleinern und in ein sauberes Glas füllen. Im Kühlschrank aufbewahren.

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Herbstliche Minestrone

2014/11/14

Wenn man nachmittags um drei im schummrigen Kerzenlicht am Schreibtisch sitzt. Wenn das Beste am Tag ein frisch aufgebrühter (Chai-)Tee ist. Wenn das sich das Abendgefühl anschleicht ohne dass man je wirklich wach war, dann ist November. Viele Menschen mögen den November nicht und träumen  davon weit weg in den Süden zu fliegen wie Zugvögel, immer da wo es warm ist und genug zu essen gibt. Ich bin ein Winterschläfer, der einfach da bleibt und sich voller Phlegma in seine abgedunkelte Höhle kuschelt.

november afternoon smallWinterschläfer essen sich im Herbst nochmal so richtig satt. Ich koche einmal wöchentlich einfach ganz viel von etwas, packe die Überbleibsel in den Kühlschrank und ernähre mich den Rest der Woche davon. Besonders gut geht das mit Eintöpfen und Suppen. Das ist auch der Grund, dass ihr für diese Minestrone mit Kürbis und Wurzelgemüse unbedingt euren größten Topf nehmen und etwas Platz im Kühlschrank freischaufeln solltet. Ich behaupte sogar dass  Minestrone am zweiten oder selbst am dritten Tag noch besser schmeckt als taufrisch zubereitet. Sind alle Aromen so richtig durchgezogen gibt es kaum etwas herzerwärmenderes als eine gehaltvolle Suppe. Es lohnt sich also gleich zwei oder drei Liter zu machen.

Die Mengenangaben sind dabei viel mehr als grobe Richtlinien, als exakte Anweisungen zu betrachten. Ihr könnt Steckrüben nicht ausstehen? Dann lasst sie weg, nehmt mehr Möhren oder fügt ein ganz andere Gemüse (Champignons, Süßkartoffeln oder Porree) hinzu. Die Minestrone ist eine saisonal wechselnde Wundertüte und damit außergewöhnlich vielseitig.

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Herbstliche Minestrone, frei interpretiert nach einem Rezept von M.F.K Fisher aus dem Buch How To Cook A Wolf

  • 2 EL Öl
  • 1 kleine gehackte Zwiebel
  • 1-2 Knoblauchzehen, gepresst
  • 1 Stange Sellerie, geputzt und klein geschnitten
  • 1 Dose gehackte Tomaten
  • 1 Handvoll gehackte Petersilie (wer möchte nimmt zusätzlich noch etwas Basilikum und/oder Oregano)
  • 2 Kartoffeln
  • 3 Möhren
  • 1/2 mittelgroßen Kürbis (z.B. Hokkaido oder Muskat)
  • 1/2 Steckrübe
  • 2-3 l Gemüsebrühe (bzw. 2-3 l Wasser + 2-3 EL Gemüsebrühe in Pulverform)
  • etwas geriebene Muskatnuss
  • Salz, Pfeffer
  • Suppennudeln (z.B. Muschelnudeln, auch Bandnudeln passen gut)
  • geriebener italienischer Hartkäse (z.B. Parmesan)

Die Zwiebel im Öl anschwitzen, bis sie gläsern werden. Knoblauch, Sellerie und Petersilie dazugeben und einige Minuten unter Rühren dünsten, wenn nötig etwas Wasser zugeben, damit nichts anbrennt. Die gehackten Tomaten und 2 -3l Gemüsebrühe sowie Salz und Pfeffer dazugeben und gut durchrühren.

Das restliche Gemüse ggf. schälen, klein schneiden und an die Suppe geben. Alles etwa 20-30 Minuten auf kleinster Flamme und mit geschlossenem Deckel köcheln lassen, bis das Gemüse zart wird. Nach Wunsch die Suppe etwas anpürieren und dann abschmecken.

Sofern ihr nicht eine große hungrige Meute zuhause habt und die Minestrone mehrfach erwärmen wollt, empfehle ich die Nudeln extra zu kochen und immer bei Bedarf an die Suppe zu geben.  Direkt vor dem Servieren gehört noch eine großzügige Portion geriebener Hartkäse an die Minestrone, damit sie schön sämig wird.

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Spanische Küche Teil 1: Gazpacho

2014/06/09

Fast ein Jahr ist es her, dass ich eine gute Freundin in Barcelona besucht habe. Nach einem für uns Deutschen fast obligatorischen aber nicht minder wunderschönen Urlaub auf Mallorca in der Vergangenheit, war dies mein erster Besuch auf dem spanischen Festland. Eigentlich nur ein Wochenendtrip und viel zu schnell vorüber, hat mir dieser Urlaub dennoch schönste Erinnerungen beschert an die ich dieser Tage, da es hier so heiß ist wie an jenen Barcelona-Tagen, gerne zurückdenke.

Verschlafene Vormittage und lange, laue Nächte an denen in der katalanischen Hauptstadt fast so reger Betrieb herrscht wie tagsüber. Enge, verträumte Gässchen von denen man plötzlich in das Getümmel der riesigen la Rambla stößt, DER Promenade in Barcelona. Läden, Cafés, Händler und Straßenkünstler! Lässt man sich vom nicht enden wollenden Menschenstrom mitreißen so kommt man vom Zentrum bis zum Hafen der Stadt, wo der Blick endlich auf das zyanblaue Meer fällt.

bcnmissing An einem Nachmittag waren wir bei einem befreundeten Pärchen und dessen Familie eingeladen und ich hatte meine erste Begegnung mit der spanischen Esskultur. Während wir am späten Nachmittag noch am Pool lümmelten gab es  die ersten „Häppchen“, die Tapas. Es wurde eine Platte mit unterschiedlich belegten Baguettescheiben herumgereicht. Besonders gut erinnere ich mich an diejenigen mit deftiger spanischer Wurst. Für mich ungewöhnlich spät, erst gegen 22Uhr, gab es dann das „richtige“ Abendessen in großer Runde an einem üppig gedeckten Tisch auf der kühlen Steinterasse. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mich an das Hauptgericht nicht mehr erinnern kann aber was sich mir in’s Gedächtnis verankerte, war die unglaublich köstliche Gazpacho, die als Vorspeise serviert wurde! Sämig, irgendwie cremig und fruchtig scharf schmeckte diese kalte Suppe, die ich damals zum allerersten Mal gegessen habe.

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gazpacho4Wieder zurück in Deutschland mussten auch wir nicht mehr lange auf Temperaturen über 30 Grad warten und so kam auch bald darauf der erste Gazpacho-Versuch auf den Tisch. Sie schmeckte zwar nicht schlecht aber leider doch nicht so, wie in meinen Erinnerungen. Es fehlte die gewisse Sämigkeit und irgendwie war die Gazpacho zu scharf geraten. Nicht lange hat es gebraucht und ich stieß auf die vermeintliche „Geheimzutat“. Selbstverständlich ist für alle Gazpachokenner und Freunde der spanischen Küche diese Zutat so geheim wie die Panade an einem Wiener Schnitzel. Trotz allem freute ich mich wie verrückt entdeckt zu haben, dass  eingeweichtes Weißbrot mit in jede Gazpacho gehört! Und falls auch dir, lieber Leser, jetzt ein Licht aufgegangen ist oder du einfach mal wieder Lust auf eine gute Gazpacho hast, dann habe ich hier mein Rezept für dich.

Zutaten für 2 große Portionen (als Hauptmahlzeit) oder 4 kleine (als Vorspeise):

  • 250 g Kirschtomaten
  • 1 Gurke, geschält
  • 1 gelbe Paprika
  • 1 Knoblauchzehe, gepresst
  • 3-4 Scheiben Weißbrot (je nach gewünschter Sämigkeit)
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Weißweinessig
  • Salz und Pfeffer
  • einige Blätter Basilikum

Zubereitung:

  1. Weißbrot von der Rinde befreien und in etwas Wasser einweichen.
  2. Das Gemüse klein schneiden, zusammen mit den anderen Zutaten in einen Mixer geben und gut durchpürieren. Eventuell noch etwas Eis hinzugeben, dann ist die Suppe sofort schön kalt. Wer keinen Standmixer hat schneidet das Gemüse besser extraklein, damit es sich leichter mit dem Pürierstab arbeiten lässt.
  3. Suppe abschmecken, eventuell nachwürzen und je nach gewünschter Konsistenz noch etwas Wasser zugeben. Suppe in den Kühlschrank stellen und kalt servieren.

Tipps:

  • Sind die Tomaten noch nicht ganz so aromatisch, hilft eine Prise Zucker
  • Die Säure des Essigs ist wichtig für den Geschmack der Tomaten. Hier kann ganz nach Vorliebe in der Menge oder Auswahl des Essigs variiert werden. (Ich habe momentan Birne-Quitten-Essig im Gebrauch)
  • Lecker als Beilage: Baguette, hartgekochte Eier oder guter Schinken

10 Gründe Suppe zu lieben (mit Süßkartoffel-Erdnuss-Suppe)

2013/11/03

10 Gründe, warum ich Suppe liebe

  1. In den allermeisten Fällen ist eine Suppe ratz fatz aufgetischt. Für die Zubereitung braucht es selten länger als 45 Minuten.
  2. Suppe ist wunderbar vielseitig. Es gibt hunderte, ach tausend unterschiedlicher Rezeptkombinationen.
  3. Wenn es draussen klirrend kalt ist, wärmt eine gute, heiße Suppe wunderbar von innen auf.
  4. Suppen sind toll. Es gibt dicke Suppen, dünne Suppen, sättigende Suppen, Vorspeisen-Suppen, deftige und auch süße Suppen.
  5. Suppen liegen nicht so schwer im Magen, wie eine große Portion Nudeln (die ich aber auch nicht verachte).
  6. So eine Suppe eignet sich wunderbar zur Resteverwertung. Einfach alles in einen großen Topf schmeißen und sich überraschen lassen.
  7. Kalte Suppen gibt es auch! Mir kommt meine erste Gazpacho in den Sinn, die ich in einer lauen Sommernacht in Barcelona genossen habe.
  8. So ein Süppchen kocht sich fast von selbst! Nachdem fleissig das Gemüse geschnippelt wurde, muss man (fast) nur noch warten bis alles gar ist. Währenddessen lässt  sich die Zeit entspannt anderweitig vertreiben.
  9. Erinnerungen! Wenn ich als Kind krank war, hat meine Mutter mich oft mit einer kräftigenden Hühnersuppe versorgt. So umsorgt, fühlte ich mich dann gleich viel besser und fast schon wieder gesund.
  10. Was? Noch Suppe übrig geblieben? Kein Problem, denn Suppe lässt sich super einfrieren. Also am besten gleich die doppelte Menge zubereiten und beim nächsten Hunger einfach auftauen.

Lust auf Suppe?

Wie wäre es jetzt mit einer cremigen Süßkartoffel-Erdnuss-Suppe?

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Rezeptidee von foodnetwortk.com, allerdings etwas abgeändert.

Zutaten (für 2 Personen):

  • 1 große Süßkartoffel
  • 1 Stengel einer Staudensellerie
  • 1 Möhre
  • 1/2 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • ca. 500 ml Brühe
  • 2 EL Erdnussmuß (zum kochen)
  • etwas Sahne
  • 1 Handvoll geröstete Erdnüsse
  • 2 EL Sonnenblumenöl
  • Salz, Pfeffer, gemahlener Chili

Zubereitung:

  1. Die Zwiebel schälen und zerkleinern. Auch die Sellerie und die Möhre in kleine Stücke schneiden. Öl in einen großen Topf geben und das Gemüse darin ca. 5 Minuten bei mittlerer bis kleiner Hitze anbraten. Gegen Ende der Zeit die Knoblauchknolle pressen und mit dazugeben.
  2. Währenddessen die Süßkartoffel schälen, klein schneiden und schließlich mit in den Topf geben. Das Gemüse nun mit der Brühe übergießen und 20 bis 30 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen.
  3. Ist das Gemüse weich genug, kann es nun püriert werden. Jetzt die 2 EL Erdnussmuß (oder nach Geschmack mehr oder weniger) gut unterrühren. Schließlich die Suppe noch mit den Gewürzen abschmecken und mit einem Klecks Sahne und ein paar Erdnüssen obendrauf servieren.

Noch mehr Suppe gefällig? Hier geht’s zu meiner Roten Linsen Suppe oder zur Rote Bete Suppe.

Rote Bete Suppe mit Apfel

2013/10/19

Viel ist zu tun und ich bin kaum daheim. Abends ist gerade mal Zeit für ein schnelles Abendbrot, bevor mir auf der Couch die Augen zufallen. Die Zeit vergeht und ich grübel, wo ist der Herbst? Vor zwei Wochen noch in voller Pracht, steht die Buche vor dem Schlafzimmerfenster plötzlich kurz vor der Kahlheit. Ein paar letzte Blätter klammern sich verzweifelt an die fast schon kahlen Äste, während der Wind wütend an ihnen zieht. In den Geschäften wird die frisch eingetroffene Weihnachtsware präsentiert. Erste Adventskalender stapeln sich in den Supermarktregalen. Dabei will ich doch noch den Herbst erleben! Der erdige Geruch, von gefallenem Laub. Das kühle, glatte Gefühl in den Händen beim Kastaniensammeln. Das vertraute Geräusch raschelnder Blätter beim Gehen. Der milde Geschmack von süßen Birnen. Eine Ode an den Herbst. Zum Beispiel mit saisonalem Gemüse aus regionalem Anbau. Die rote Bete ist so ein Fall. Ihr erdiger Geschmack wird durch die süßen Äpfel überraschend gut komplettiert. Ein echtes Herbstgericht für kühle Abende

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Zutaten (für 2 Portionen):

  • 2 Knollen rote Bete
  • 2 leicht säuerliche Äpfel
  • 1/2 Zwiebel
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 100 ml Sahne
  • Öl zum Braten
  • Salz und Pfeffer.

Zubereitung:

  1. Rote Bete schälen und in Stücke schneiden. Äpfel vierteln, entkernen und ebenfalls in Stücke schneiden. Zwiebel schälen, würfeln und in Öl glasig anbraten. Rote Bete und Äpfel zugeben und kurz mitdünsten.
  2. Nun die Brühe aufgießen (soviel, dass alles bedeckt ist) und Die Suppe etwa 20 Minuten bei niedriger Temperatur köcheln lassen. Ist die Rote Bete weich, die Suppe pürieren und Sahne unterrühren. Das Ganze schließlich mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.

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