Stricken/Häkeln

Jedes Jahr ein Deckchen | Flowers in the Snow Granny Decke

2015/02/13

flowers in the snow blanket _week 2

Vor gut zwei Jahren habe ich mit dem Häkeln angefangen. Mein erstes großes Projekt war eine in Grüntönen gehaltene kleine Decke, die seither besonders gerne im Frühling raus gekramt wird um das Sofa zu zieren. Eine Funktion hat sie nicht wirklich ausser schön auszusehen.

Vor einem Jahr folgte meine Sommerdecke, die im Gegensatz zum Vorgänger als Unterlage für milde Sommerabende auf taunassen Parkwiesen ihren Einsatz hatte.

Auch dieses Jahr habe ich im Handarbeitsladen stundenlang Wollknäuel aneinander gehalten, verglichen, überlegt, weg gepackt und doch mitgenommen. Inzwischen ist die Decke nun zwei Wochen alt und man kann erahnen, wie das Gesamtwerk einmal aussehen wird. Ich bin gespannt und häkle fleissig weiter.

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tea with granny

flowers in the snow blanket

Work in Progress

2015/01/14

granny triangles 1

Hier nun die versprochene Ladung geballte Handarbeit! Klingt das nicht aufregend? Nein? Ist es auch nicht, das Schöne an der Handarbeit ist ja, dass man dabei so richtig abschalten kann. Back to the Roots sozusagen, einfach mal an Nichts denken oder zumindest nur an Schönes und Unwichtiges. Zum Beispiel welche Farbe der nächste Strickpullover haben soll oder welche Wolle sich am besten für einen kuscheligen Kissenbezug eignet oder auch wo es die passende Meterware für’s nächste Nähprojekt gibt. Andere spielen stundenlang Ego-Shooter oder gehen den ganzen Nachmittag shoppen. Ich stricke gerne.

In einem kritisch angehauchten Beitrag im Zeit Magazin wird das steigende Verlangen nach Handgemachtem, Selbermachen und Entschleunigung als, Achtung, Massenflucht in den Biedermeier bezeichnet und als Desinteresse am politischen Weltgeschehen gedeutet. Zu Unrecht und ziemlich an den Haaren herbeigezogen wie ich finde. Wer gerne etwas mit den eigenen Händen produziert, dabei zusieht wie ein Projekt, sein Projekt, wächst und es schließlich mit Genugtuung fertig stellen kann verschließt nicht gleichzeitig die Augen vor den Problemen der Welt. Nicht jeder kann oder möchte einer kreativen Berufung nachgehen, dabei brauchen doch rechte Gehirnhälften auch ein bisschen Beschäftigung.

Übrigens wer schon immer mal wissen wollte welche Gehirnhälfte dominiert sollte diesen Test machen. Ist natürlich alles ausgemachter Blödsinn aber Lustig und wer liebt es nicht seine Zeit im Internet zu verbummeln. Jetzt aber Schluss mit der Schwafelei! Eigentlich wollte ich ja nur mal zeigen womit ich gerade so meine Abende vertrödele. Ich habe wieder den Häkelhaken raus gekramt und mein Stapel an Granny Squares, eigentlich Granny Triangles, wächst unaufhörlich. Ich hoffe, dass daraus schon sehr bald ein fröhlicher Kissenbezug wird.

Außerdem habe ich ganz frisch, mit Blick auf den Frühling, einen zarten Cardigan mit dem schönen Namen Sibella auf den Stricknadeln zu liegen. Die Wolle, Alpaca, ist recht dünn und ich denke, ich werde einige Wochen am zartblauen Träumchen  zu knabbern haben.

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nelken

sibel cardigan

 

 

Fair-Isle Beanie

2014/10/08

Nicht nur die nette Dame aus dem Wollladen meines Vertrauens weiß: Herbstzeit ist Strickzeit! Und weil es gerade noch so warm ist, bleibt genug Zeit Mütze, Schal oder ein paar Handschuhe ganz in Ruhe zu stricken. Wie im vorletzten Beitrag schon kurz erwähnt bin ich ein großer Brooklyn Tweed Fan. Brooklyn Tweed ist ein recht junges New Yorker Woll- und Strickunternehmen, welches sich in den letzten Jahren zunehmend durch besonders moderne und unkomplizierte Strickdesigns hervorgetan hat. Sie führen auch zwei eigene Garne in wundervoll natürlichen Farben aus 100 % Wolle, die es leider in Deutschland (noch) nicht zu kaufen gibt. Stundenlang könnte ich in deren Lookbooks schwelgen, die sorgfältig beinahe wie ein Bildband konzipiert sind. Ich habe bestimmt schon jeden Katalog zweimal durchgeschaut und finde trotzdem immer wieder neue Muster, die ich wahnsinnig gerne stricken würde. Am besten alle auf einmal!

blätter 1

seasons hat 3Ein wirklich schönes und sehr kompaktes Projekt ist der „Seasons Hat“. Ich habe ihn im Urlaub gestrickt, weil man wirklich nicht viel Wolle oder unhandlich große Nadeln braucht und recht schnell Fortschritte sieht. Ich finde die Mütze macht sich gut als Anfänger Projekt für all diejenigen, die sich mal am mehrfarbigen Stricken versuchen wollen. Das Muster ist recht unkompliziert und man arbeitet nie mit mehr als zwei Farben.

Da wie schon erwähnt das Originalgarn in Deutschland nicht erhältlich ist, habe ich auf mein Lieblingsgarn „Alpaca“ von Drops zurückgegriffen. Für ein Alpaca Garn ist es relativ günstig und die Farbauswahl ist enorm. Es ist kuschlig weich und lässt sich auch gut verstricken. Mit dem Ergebnis bin ich jedenfalls zufrieden und bestens gerüstet für kalte Tage!

Jeder kann häkeln {How to: Granny Square}

2014/06/16

Da ich immer wieder auf meine Häkeldecke angesprochen werde, dachte ich mir eine kleine Anleitung dazu wäre nicht schlecht. Häkeln ist eigentlich gar nicht so schwer, wie viele oft denken und schon gar nicht so ein Basic Granny Square, welches einfach nur aus lauter 3er-Stäbchengruppen besteht. Im Prinzip ist es möglich das Häkeln von Grund auf an so einem Granny Square zu lernen. Es beinhaltet die wichtigsten Grundtechniken wie Luftmaschen (der Anfang fast jeden Häkelprojektes), Kettmaschen, feste Maschen und ganze Stäbchen. Häkeln ist nichts anderes als Schlaufen mit einem Haken zu machen und manchmal den Wollfaden vorher nochmal um dem Haken zu wickeln. Diese Anleitung geht davon aus, dass ihr diese Techniken schon beherrscht (alles andere hätte den Rahmen gesprengt). Wenn nicht guckt euch kurz im Internet um, es gibt viele bebilderte oder gefilmte Anleitungen wie die Grundmaschen funktionieren.zutaten An Garn ist Baumwolle oder eine Baumwollmischung zu empfehlen. Hier habe ich das Garn Drops Paris und einen Häkelhaken der Stärke 5 genommen. Außerdem braucht ihr Schere und Wollnadel um die Garnenden zu vernähen. Los geht’s!tutorialAbEs gibt zwei Möglichkeiten ein Granny Square zu beginnen. Luftmaschenkette: Ihr häkelt 4 Luftmaschen und schließt diese mit einer Kettmasche zu einem Ring. Fadenring: Meine bevorzugte Methode, die am Anfang allerdings etwas kompliziert scheint (und es selbstverständlich gar nicht ist.) Dazu kann ich euch dieses Youtube Video wärmstens an’s Herz legen. Nur nicht den Mut verlieren, mehrmals anschauen, nachmachen und freuen, wenn man es verstanden hat. Ist die erste Hürde genommen, häkelt ihr 4 feste Maschen in den Maschenring.tutorialBDie Runde schließt ihr mit einer Kettmasche in die erste feste Masche der Runde. Nun ist der Ring aus vier festen Maschen geschlossen. Für die 2.Runde beginnt ihr mit 3 Luftmaschen. Die ersetzen das erste Stäbchen in der Runde. tutorialCDa hier immer in 3-er Stäbchengruppen gearbeitet wird fehlen nun noch 2 Stäbchen, die ihr  in die selbe feste Masche häkelt. Das Prinzip habe ich hier mal versucht darzustellen (in Häkelschrift). Es greifen immer 3 Stäbchen in die selbe feste Masche.

prinzipDamit eine Ecke entsteht müsst ihr nun 2 Luftmaschen (mit Sternchen gekennzeichnet) häkeln. In die nächste feste Masche der unteren Reihe kommen wiederum 3 Stäbchen. Schon habt ihr die erste Ecke.tutorialDFür die nächste Ecke häkelt ihr wieder 2 Luftmaschen und dann 3 Stäbchen in die nächste feste Masche der Unterreihe. Das ganze macht ihr noch zwei Mal, sodass ein Quadrat entsteht. In jeder festen Masche der Vorreihe sollten 3 Stäbchen stecken. Anschließend kommen nochmal 2 Luftmaschen. Die Runde wird mit einer Kettmasche in die 3. Luftmasche (die ihr am Beginn der Runde gehäkelt habt, mit dem rosa Pfeil angedeutet) geschlossen. Fertig ist ein kleines Quadrat.tutorialEDie 3 Runde beginnt ihr wieder mit 3 Luftmaschen. Diese ersetzen diesmal nicht das erste sondern das letzte Stäbchen der Runde. Deshalb häkelt ihr gleich noch eine Luftmasche hinterher, denn an den geraden Seiten des Quadrats kommt als Lückenfüller immer 1 Luftmasche. Jetzt kommt die erste Ecke, die ihr aus 3 Stäbchen+2 Luftmaschen+3 Stäbchen häkelt. Diese kommen in den Zwischenraum der Ecke der vorigen Runde (auf den Bildern gut zu sehen).tutorialFHabt ihr die Ecke gehäkelt kommt wie schon angesprochen an den geraden Seiten 1 Luftmasche als Lückenfüller hin. Jetzt kommt die zweite Ecke wie gehabt: 3 Stäbchen+2 Luftmaschen+3 Stäbchen. Dann wieder 1 Luftmasche und so weiter bis ihr zur letzten Ecke angekommen seid.tutorialGDa die drei Luftmaschen vom Anfang das allerletzte Stäbchen ersetzen, häkelt ihr für die letzte Ecke nun 3 Stäbchen+ 2 Luftmaschen+ 2 Stäbchen und schließt mit einer Kettmasche in die 3.Luftmasche um die Runde zu schließen (mit dem grauen Pfeil angedeutet).tutorialH Jetzt ist das Prinzip klar, oder? Ihr beginnt wie immer mit 3 Luftmaschen, die hier wieder das erste Stäbchen ersetzen und häkelt 2 Stäbchen hinterher. Weil wir an der Geraden sind folgt 1 Luftmasche bevor es zur ersten Ecke geht. Jetzt geht es weiter wie gehabt. Ihr häkelt bis ihr 4 Ecken habt und schließt die Runde mit einer Kettmasche. Jetzt noch das Garn abschneiden, Fäden vernähen und fertig ist das Granny Square.

Das Prinzip lautet also:

  • Es werden immer 3 Stäbchen gehäkelt
  • An den geraden Seiten sollte zwischen den 3er-Stäbchengruppen immer 1 Luftmasche als Platzhalter sein, an den Ecken immer 2 Luftmaschen
  • Eine neue Runde wird immer mit 3 Luftmaschen begonnen, die je nach Runde immer das erste oder letzte Stäbchen ersetzen
  • Das könnt ihr Runde für Runde fortführen, je nachdem wie groß das Square werden soll

Hier ist das Prinzip nocheinmal in Häkelschrift dargestellt:häkelschrift_grannysquareSollte alles nicht so klappen wie ihr euch das vorstellt dann hab ich hier noch einen kleinen Mutmacher. So und schlimmer sahen meine ersten Häkelversuche aus.

Es sollte ein Rechteck werden. Es wurde ein fqöokyxb…

ersterhäkelversuch

 In diesem Sinne frohes Häkeln!

Sommer Decke aus Granny Squares

2014/05/28

Zu lange ist es schon her. Doch es gab viel zu tun ausserhalb der friedlichen, kunterbunten Ponyhofwelt voller bunter Küchlein und leckerer Muffins. Nach einer nicht enden wollenden Lernzeit voller langweiliger Fachbücher, wirrer Notizen und einem brummenden Schädel wollten Prüfungen geschrieben und bestanden werden. Nach einem Haufen manchmal doch sehr fragwürdigen multiple choice Fragen und insgesamt 8 Stunden mündlicher Horrorprüfung, in der man gnadenlos ausgequetscht wurde bin ich nun offiziell Ärztin. 

Nach der Prüfung habe ich mich aber eher so gefühlt „Lassen Sie mich Arzt, ich bin durch“. Nach einem Schockstarre-ähnlichem Schlaf ging es erstmal in den Urlaub! 10 Tage einfach mal die Seele baumeln lassen im wunderschönen Südschweden. Wandern, die Natur bewundern oder einfach mal Nichts tun.

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Doch ich war nicht ganz untätig in den letzten Wochen. Zwischen nervigen, nicht enden wollenden Lerneinheiten habe ich immer mal wieder ein oder zwei Granny Squares gehäkelt. Die fröhlichen Farben haben mich während der Tristesse aufgemuntert und belohnt wurde ich mit einer wunderschönen Sommerdecke. 

Als Muster habe ich das klassische Square aus 3er Stäbchengruppen (hier eine Anleitung) genommen. Es ist super einfach, geht recht schnell und sieht am Ende trotzdem klasse aus! Gehäkelt habe ich mit recht dicker Baumwolle in der Stärke 5 (Drops Paris). Ein einzelnes Granny Square ist demnach relativ groß und misst 14 cm². Je größer das einzelne Quadrat, umso weniger muss man am Ende zusammen häkeln. Ich kann mich jedenfalls gar nicht sattsehen an dem Deckchen und freue mich auf den Sommer.

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Il Grande Favorito {ein kuschliger Begleiter}

2014/03/04

Weil ich mich im Moment irgendwie inkomplett fühle, wenn ich nicht irgendwo irgendwelche Maschen angeschlagen habe, musste nach meinem Wintercardigan gleich das nächste Projekt auf die Stricknadel.

Nachdem das mit der Raglan-Konstruktion (eine Art die Schulterpartie/Ärmel zu stricken) beim Cardigan so gut geklappt hat, habe ich diesmal frohen Mutes einen Raglan-Pullover gestrickt. Das Muster habe ich bei ravelry.com gefunden und heißt „il grande favorito„. Und ein großer Favorit ist er wirklich der Pullover! Gestrickt habe ich mit Drops Garn, je einen Faden Drops Alpaca und einen Faden Drops Alpaca Silk auf einer Nadel der Größe 6,5. Von beiden Garnsorten habe ich etwa 4 Knäuel gebraucht.

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Ein großes Plus ist, dass der Pullover relativ schnell gestrickt ist. Das ist zum einen dem dicken Garn zu verdanken, liegt aber auch am (größtenteils) ziemlich unkomplizierten Muster. Der Pullover wird in Runden und in einem Stück von oben nach unten gestrickt, dass heißt am Ende gibt es kein nerviges zusammennähen. Hat man sich am Anfang mit den vielen Zunahmen durchgewurschtelt, wird es danach relativ einfach. Zwischendurch hatte ich hier und da einige Schwierigkeiten, habe dafür aber auch neue Techniken gelernt (nach rechts/nach links geneigte Zunahmen, Verkürzte Reihen, Maschen an einer Kante aufnehmen…). Ein Hoch auf Youtube, denn dort gibt es zu allen möglichen Stricktechniken Videos.

Bis zum nächsten Pullover!

Unkulinarisches {Winterprojekt Strickjacke}

2014/02/17

Der Winter neigt sich langsam dem Ende entgegen und bevor ich mich in frische Frühlingsgefühle stürze ist es Zeit nocheinmal einen Blick auf meinen Winterzettel zu werfen. Vom Schlittschuhlaufen habe ich mich nun schweren Herzens endgültig verabschiedet. Jetzt schaue ich endlich milderen Temperaturen und längeren Tagen entgegen.

Viele von meinen winterlichen Plänen konnte ich schon verwirklichen, doch ganz besonders stolz bin ich auf meinen Cardigan.

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