Kuchen

Über tote Omas, falsches Schnitzel und ein Rezept für Papageienkuchen

2014/11/02

Der Mann ist aus dem Haus. Also veranstalte ich einen richtigen Mädelsabend mit mir selbst und halbsitze halbliege in meinen besten Freizeitklamotten breitbeinig auf der Couch. Auf meinem Schoß ruht ein schmuddeliges Laptop Tablett von Ikea, das als Tischersatz dient. Es ist beladen mit einem Teller Spirelli Nudeln, der überquillt wie meine Bauchspeckrolle über den Hosenbund wenn ich mich nach vorne lehne. Im TV läuft nebenbei die 2. (lahme) Runde des DFB-Pokals, irgendjemand muss mich ja unterhalten. Ein Fest also.

Um dem Anlass gerecht zu werden habe ich mir die Spirelli mit einer dieser überteuerten Nudelsaucen aus dem Glas serviert, Bertolli oder Barilla. Beim Essen denke ich, irgendwie passen diese Spirellinudeln, die neben Gabelspaghetti hauptsächlich in Großraumkantinen anzutreffen sind, nicht zu dieser ausgeklügelten Tomaten-Ricotta-Sauce, die sicher dazu gedacht ist mit entsprechend teurer Pasta vom jeweiligen Nudelhersteller serviert zu werden. Stattdessen teilt sie sich nun einen Teller mit Nudeln von K-Classic.

Spirelli verlangen nach etwas Simplen. Zum Beispiel mit Zwiebeln und Ketchup angebraten zu werden- ein beliebtes Studentenessen. Mir kam dann auch gleich die Sauce in den Sinn, die es früher zu post-DDR-Zeiten in der Schulküche gab. Eher wässrig, sehr tomatig und ganz ohne Schnickschnack wie Kräuter. Das Schmuckstück der Sauce aber waren die Wurststückchen oder gerne auch zwei Jägerschnitzel. Hier muss angemerkt werden, dass mit Jägerschnitzel nicht etwa ein delikat gebratenes Kalbs- oder Schweineschnitzel gemeint ist, sondern schlicht und einfach eine dicke Scheibe Jagdwuschst oder Bierschinken. Diese wurde paniert und anschließend gebraten, sah also aus wie ein Schnitzel nur ein bisschen flacher. Ein Gericht also das so raffiniert ist wie ein Hund der versucht seinen Schwanz zu fangen. Aber es war lecker. So lecker, dass der Satz „bitte mit extra viel Sauce“ zu meinem kulinarischen Leitmotiv wurde, denn ich mag es immer noch meine Beilagen in Sauce zu ertränken.

Mein bester Freund an diesem Abend, das Internet hat dann nach kurzer Suche auch ein passendes Rezept präsentiert, das ganz nach der Sauce klingt, wie ich sie in Erinnerung habe. Butter, Mehl, Tomatenmark, Ketchup. Wir hatten ja nüscht. Zugegeben von der DDR habe ich zumindest aktiv nicht mehr all zuviel, eigentlich gar nichts, mitbekommen. Aber an die Neunziger, die Nachwehen der DDR, kann ich mich noch gut erinnern. Zum Beispiel an unseren beigen Trabi, mit dem wir durch die Stadt geknattert sind, an die matt-geblümten DDR Tapten, die unseren Kindergarten verschönert haben und eben bestimmte Gerichte. Neben den Nudeln mit Jägerschnitzel gab es da auch gefürchtete Tage in Kindergarten und Grundschule an denen uns tote Oma (klickt da lieber nicht drauf, selbst ich möchte nicht wissen, woraus tote Oma besteht) aufgetischt wurde. Die Kartoffeln haben’s erträglicher gemacht. Hingegen ein Dauerbrenner bei mir, auch heute noch, ist meine innig geliebte Soljanka! Was für eine wunderbare Form der Resteverwertung. Aber auch an Kuchen hat es nicht gefehlt. Da wäre zum Beispiel der Papageienkuchen, der bei Kindergeburtstagen immer die Runde gemacht hat. Auch er glänzt nicht durch ausgeklügelte Aromakombinationen sondern durch seine schöne Schlichtheit. Rührteig, der durch Pudding- oder Grützepulver (von Komet) seine eigenwillige Farb- und Geschmackskombination erhält – das ist Papageienkuchen.

papageienkuchen 4[row_fluid][one_half] papageienkuchen 5 [/one_half][one_half] papageienkuchen 7 [/one_half][/row_fluid]Das Rezept ist hier oder auch hier zu finden. Ich konnte mich allerdings nicht überwinden ganz so viel Zucker rein zu tun, sodass ich 1/3 weniger genommen habe.

Zutaten für ein kleines Blech:

  • 150 g Mehl
  • 1/2 Päckchen Backpulver
  • 150 g Margarine (Butter geht selbstverständlich auch), weich
  • 100 g Zucker
  • 2 Eier
  • 80 g saure Sahne
  • 1/2 Päckchen Vanillepudding
  • 1 gehäufter TL Kakao
  • 1/2 Päckchen Rote Grütze (am besten von Komet und zwar die mit Grieß- schmeckt so schön künstlich nach Himbeerbrausepulver-ich liebe es!)
  • 100 g Puderzucker
  • 2 EL Zitronensaft
  • Zuckerperlen zum Verzieren

Zubereitung:

  1. Mehl und Backpulver mischen. Margarine, Zucker, Eier und saure Sahne hinzugeben und rasch zu einem glatten Teig verrühren.
  2. Teig in drei gleiche Portionen teilen und zu einem Teil Vanillepudding, zum anderen Kakao und zum letzten Teil Rote Grütze hinzugeben.
  3. Teige patchworkartig in das mit Backpapier ausgelegte Blech geben und im vorheizten Ofen bei 175 Grad (Ober/Unterhitze) 30-40 Min. backen.
  4. Zitronensaft und Puderzucker zu einem Zuckerguss verrühren und auf den ausgekühlten Kuchen streichen. Eventuell mit Zuckerperlen verzieren.

papageienkuchen 6

Quitten Frangipane Tarte | Quince Frangipane Tart

2014/10/29

[blockquote]Auf dem Küchentisch liegt eine Quitte. Prall, goldfarben und kurvig. Ein dicker Obst-Putto, mit einem Blatt, einer wächsernen Schale und, hie und da, einigen Stellen mit weichem Flaum. Sie verströmt ein außergewöhnliches Aroma, das sich gelegentlich ausbreitet, wie Blütenduft in einer leichten Brise, teilweise blumig, teilweise auch ein wenig süßlich.[/blockquote]

Die Worte einfach aber auch ein wenig salbungsvoll. Wie so oft bringt es Nigel Slater in seinem Buch „tender Obst“ auf den Punkt. Weniger Kochbuch, denn vielmehr Nachschlagewerk oder eher Inspirationsquelle liegt es regelmäßig in meinen Händen, einfach nur zum Träumen oder auf der Suche nach einem einfachen Rezept für restliches Obst, einem idiotensicheren Kuchen oder einem schnörkellosen Dessert.

quitten 1 neu
[row_fluid][one_half] quitten 2 [/one_half][one_half] quitten frangipane tarte 3 [/one_half][/row_fluid]
Anfangs zwar glücklich endlich die heiß ersehnten Quitten ergattert zu haben (Tipp: türkische Obsthändler), war ich auch etwas ratlos was denn nun mit ihnen anzustellen sei. Also Nigel gefragt und irgendwie auf die Idee einer Tarte gekommen. Wer keine Quitten hat, der kann diese auch durch feste, eher säuerliche Birnen ersetzen. Die süße Mandelcreme, Frangipane, bildet einen schönen Kontrast zu den fruchtig-säuerlichen Quitten.

quitten frangipane tarte 5Zutaten:

Für den Mürbeteig:

  • 100 g Butter/Margarine, kalt und gewürfelt
  • 50 g Zucker, möglichst feinkörnig
  • 1 Eigelb (das Eiweiß aufheben!)
  • 200 g Mehl, gesiebt
  • Prise Salz

Für den Belag:

  • 2-3 Quitten
  • 50 g Zucker
  • 2 EL Zitronensaft

Für die Frangipane-Füllung: (modifiziert nach einem Rezept aus „The Simple Things“ 10/14)

  • 100 g gemahlene Mandeln
  • 2 EL Mehl
  • 70 g Butter
  • 70 g Zucker
  • Mark einer 1/4 Vanilleschote
  • 1 Ei + 1 Eiweiß (übrig geblieben vom Mürbeteig)

Zubereitung:

  1. Für den Mürbeteig die Butter/Margarine mit dem Zucker und Eigelb verkneten. Das gesiebte Mehl sowie Salz dazu geben und rasch zu einem Teig verkneten und zwar so, dass gerade alle Zutaten verbunden sind. Nicht zu lange kneten. Teigkugel flach drücken und in Frischhaltefolie gewickelt für 1-2 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  2. Vor dem Backen werden die Quitten pochiert, damit sie schön zart werden. Dazu die Quitten schälen, vierteln, entkernen und in Scheiben schneiden. Quitten sind sehr hart, deswegen am besten mit einem scharfen Messer arbeiten. Die Quitten jetzt in einen Topf geben und soviel Wasser hinzugeben, dass sie gerade bedeckt sind. Dann den Zucker und Zitronensaft zugeben, einige Male rühren und 20-25 Minuten auf kleiner Hitze köcheln lassen.
  3. Für die Frangipane Füllung alle Zutaten in einer Küchenmaschine zerkleinern (bzw. mit dem Mixer gründlich verrühren), bis eine geschmeidige Creme entsteht.
  4. Backofen auf 170 Grad vorheizen. Eine Tarteform fetten und mit Backpapier auskleiden. Gekühlten Teig kreisförmig ausrollen, in die Tarteform legen und 10-15 Minuten blind backen*. Anschließend einige Minuten auskühlen lassen.
  5. Die Frangipane Creme in die Tarte füllen und mit den Quittenscheiben belegen. Bei 170 Grad weitere 35-45 Minuten backen, bis die Tarte leicht gebräunt ist.

*blind Backen: Ein Stück Backpapier auf den Teig legen und diesen mit Linsen o.ä. beschweren, damit der Teig nicht aufgeht während des Backens.

quitten frangipane tarte 8[row_fluid][one_half] quitten 6 [/one_half][one_half] quitten frangipane tarte 7 [/one_half][/row_fluid]

Schoko Schoko Schokokuchen

2014/10/05

Wenn ihr mal so richtig, also ich meine so richtig Bock auf Schokolade habt, dann wäre der Schoko Schoko Schokokuchen mal eine Überlegung wert. Kennt ihr die Art von Kuchen, bei denen man schon nach einem Stück satt ist? Also angenehm satt, befriedigt? Das ist so ein Kuchen. Oder ist es vielleicht schon eine Torte? Aus zwei „Stockwerken“ besteht der Schokoprotz immerhin. Zwei Böden saftiger Schokoteig inmitten einer cremigen Zartbittercreme. Wer hier nicht das Glück hat zwei Springformen in derselben Größe zu haben, der muss beide Böden hintereinander backen (so wie ich).

Gut Ding will jedenfalls Weile haben, denn auch der cremige Zartbitterguss braucht seine Zeit bis aus flüssig streichzart wird. Abgesehen davon ist der Kuchen super einfach und macht ganz schön was her.

[row_fluid][one_half] schokotorte 2 [/one_half][one_half] schokotorte 3 [/one_half][/row_fluid] chocolate chocolate chocolate cake[row_fluid][one_half] herbstblumen [/one_half][one_half] schokokuchen 4 [/one_half][/row_fluid]

Zutaten: (Für eine 20 cm Springform) | Rezeptidee aus dem Buch „Die Step-by-Step-Küche Backen“, abgeändert.

Für den Teig

  • 160 g Butter, weich
  • 170 g Zucker
  • 3 Eier
  • 200 g Mehl
  • 35 g Kakaopulver
  • 1 TL Backpulver
  • 1/2 TL Salz
  • 50 ml Buttermilch

Für den Guss

  • 150 g Zartbitterkuvertüre
  • 25 g Zucker
  • 3 EL Kondensmilch
  • 150 g Butter

Zubereitung:

  1. Mehl, Backpulver, Kakao und Salz in eine Schüssel sieben. In einer größeren Schüssel die Butter mit dem Zucker cremig rühren. Anschließend jedes Ei einzeln unterrühren und jeweils gut einarbeiten.
  2. Die Mehlmasse in etwa 3 Einzelportionen abwechselnd mit der Buttermilch unter den Teig heben bis alle Zutaten vermengt sind und ein dickflüssiger Teig entstanden ist.
  3. Es werden zwei Böden gebacken, entweder gleichzeitig in zwei Springformen oder nacheinander. Dazu den Teig halbieren und die gefettete(n) Springform(en) füllen. Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad Heißluft etwa 30 Minuten backen. Anschließend auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
  4. Für die Füllung alle Zutaten in einen Topf geben und langsam unter Rühren erwärmen bis alles geschmolzen ist. In eine Schüssel füllen und etwa 1 Stunden lang kalt stellen, bis die Masse streichfähig ist.
  5. Einen Teigboden mit 1/3 Guss bestreichen und den anderen Boden obendrauf setzen. Den Kuchen mit dem restlichen Guss bestreichen.

*Der Kuchen schmeckt besonders gut mit Vanillesauce oder einer Kugel Vanilleeis als frischer Gegenspieler zur Schokolade.

chocolate chocolate chocolate cake flowers

Himbeer Mascarpone Tarte

2014/08/21

Kaum hab‘ ich mir still und heimlich zwei Wochen Sommerpause vom Bloggen genommen, da schleicht sich doch tatsächlich ganz leise der Herbst an. Man merkt, dass sich der lange Bilderbuchsommer langsam seinem Ende nähert. Die Nächte sind schon wieder kühl und viele Tage beginnen verregnet. Woran ich noch erkenne, dass der Herbst kommt? Meine geliebten Kastanien sind mit die ersten Bäume deren Blätter golden-orange in der Abendsonne leuchten und so zu einem frühherbstlichen Panorama an vielen Stellen im Berliner Tiergarten (und anderswo) beitragen.

Auch lässt ganz allmählich das sommerliche Obstangebot nach. Um gute Beeren zu finden, muss man schon gezielt Ausschau halten. Deren Plätze nehmen jetzt immer häufiger Äpfel, Birnen und Pflaumen ein. So habe ich wirklich lange gesucht, um frische Himbeeren zu einem vernünftigen Preis zu ergattern.

raspberry mascarpone tarteEs sollten unbedingt Himbeeren sein, denn ich wollte noch einmal so eine richtig, erfrischende Sommertarte zubereiten, bevor ich mich ganz dem Spätsommer- und Herbstobst hingebe. Ich liebe Tartes in allen Variationen, wie man an vergangenen Rezepten gut erkennen kann. Ob klassische Mürbeteigtarte, Galette oder „Freestyle Himbeer Tarte“ wie diese, mich reizt einfach das Unkomplizierte an diesen einfachen, rustikalen Rezepten.

So ist auch diese Tarte, die ich aus zwei anderen Rezepten „gefrankensteint“ habe (im englischen klingt frankensteined irgendwie cooler…) eine Ausgeburt an Einfachheit. Der Teig ist schnell zusammengeknetet und auch die anderen Zutaten bedürfen kaum weiterer Verarbeitung. Einzig das lange Warten während der Teig im Kühlschrank ruht zerrt ein wenig an der Geduld.

ingredients for raspberry tarte

tarte dough

 

Modifiziert nach einem Rezept aus der Essen & Trinken 08/14 & nach diesem Rezept

Zutaten:

Teig:

  • 100 g Butter, weich
  • 30 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Eigelb
  • 150 g Mehl
  • 1 EL kaltes Wasser
  • 1/4 TL Vanilleextrakt

Belag:

  • 200 g Himbeeren
  • 6 EL Mascarpone
  • 3 EL Joghurt
  • 1-2 TL Honig

Guss:

  • 2 EL Himbeermarmelade (oder andere rote Marmelade)
  • 1 TL Zitronensaft

Zubereitung:

  1. Für den Teig Butter, Zucker, Salz und Vanilleextrakt verkneten. Eigelb kurz unterarbeiten und dann Mehl sowie 1 EL kaltes Wasser zugeben und kurz unterkneten. Teig mit den Händen zu einer flachen Kugel formen, in Folie wickeln und etwa 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  2. Für den Belag Mascarpone, Joghurt und Honig verrühren bis eine homogene Masse entstanden ist.
  3. Nach der Kühlzeit den Teig ausrollen (das funktioniert sehr gut zwischen 2 Lagen Frischhaltefolie!) und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Den Teig mit der Mascarponemasse dick bestreichen, dabei einen Rand von etwa 2 cm lassen. Die Himbeeren auf der Tarte verteilen und im vorgeheizten Backofen bei etwa 210 Grad Heißluft/ 190 Grad Umluft auf der untersten Schiene etwa 35 Minuten backen.
  4. Marmelade mit dem Zitronensaft verrühren und kurz erhitzen (geht am schnellsten in der Mikrowelle). Die heiße Tarte damit besprenkeln und auf einem Gitter abkühlen lassen.

raspberries on the windowsill

Galette mit Kirschen

2014/08/07

Und wieder einmal Mürbeteig.

Der passt aber auch so gut zu frischem Obst, weil er diesem nicht die Show stiehlt und sich dezent im Hintergrund hält. Neben dem Crumble ist eine rustikale Tarte aus Mürbeteig meine liebste kuchenartige Sommernascherei (manchmal muss es einfach warm und teigig sein!). Man hat ja nicht immer Lust und Muße gleich einen ganzen Kuchen (für sich allein) zu backen, da geht so eine Tarte entscheidend schneller und vor allem unkomplizierter.

kirsch galette pin

Bei der Mürbeteig Galette faltet man den äußeren Teigrand einfach fächerförmig ein, so ist auch eine Form überflüssig. Simpel und lecker! Neben Kirschen kann man prinzipiell (fast) jedes Obst für die Füllung benutzen, welches gerade Saison hat. Vor einiger Zeit habe ich zum Beispiel eine Pfirsich-Brombeer-Galette gebacken, die sensationell war.

Besonders lecker schmeckt die Galette noch lauwarm mit einem dicken Klecks Sahne oder einer Kugel Vanilleeis.

cherries blogZutaten:

  • 150g Mehl
  • 100 g kalte Butter
  • 50 g Zucker
  • 1-2 EL kaltes Wasser
  • 150 g Kirschen
  • 3-4 EL roter Saft (z.B. Kirschsaft, alternativ Wasser mit etwas Zucker)
  • 1/2 TL Zimt
  • 1 TL Stärke
  • 1 Ei, verquirlt
  • 1 TL brauner Zucker

Zubereitung:

  1. Für den Mürbeteig Mehl, Butter, Zucker und kaltes Wasser mit dem Knethaken zu Streuseln verrühren, dann kurz mit den Händen zu einem flachen Teigball formen. In Frischhaltefolie eingewickelt eine Stunde in den Kühlschrank stellen.
  2. In der Zwischenzeit die Kirschen halbieren und entsteinen. Zusammen mit dem Saft, Zimt und Stärk in eine Schüssel geben und alles vermischen
  3. Teig aus dem Kühlschrank nehmen, auf einer großzügig bemehlten Arbeitsfläche etwa kreisförmig (3-4 mm) ausrollen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen . In die Mitte des Teiges die Kirschen geben, dabei einen Rand von etwa 5 cm lassen. Den Rand ganz dünn mit dem verquirltem Ei bepinseln und fächerförmig einschlagen. Evtl. nocheinmal dünn mit Ei bepinseln und mit etwas braunem Zucker bestreuen.
  4. Im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad (Ober-/Unterhitze) etwa 30 Minuten backen. Die Galette ist fertig, wenn der Teig gebräunt ist und die Kirschfüllung anfängt zu blubbern.

Johannisbeer Tarte

2014/07/25

Nach gefühlt sich endlos aneinanderreihender Tage und Nächte niederdrückender Hitze hat uns im Nordosten Deutschlands auch endlich ein bisschen Regen erreicht. Ich sage endlich, denn es braucht auch mal ein wenig Zeit zum Luft holen im Hochsommer. Es tut gut, sich nachts mal wieder ordentlich zudecken zu können (ich schlafe viel schlechter, wenn ich keine Decke habe) und auch wieder einen langärmligen Pullover zu tragen. Die Luft ist frisch und auch die Bäume und Sträucher draussen atmen erleichtert auf.

johannisbeer tarte pinBei Temperaturen unter 30 Grad trau‘ ich mich auch wieder den Backofen anzuheizen, wenn auch nur für eine ganz zarte, leichte Sommertarte. Nur eine dünne Millimeterschicht Johannisbeeren macht sich auf knusprigem Mürbeteig breit. Ein einfaches Rezept!

Ich mag Mürbeteig sehr, nur die Zubereitung ist immer etwas nervig deswegen gibt es ihn hier viel zu selten. Doch wie es so ist im Leben je öfter ich ihn mache, desto leichter geht er mir von der Hand. Ich glaube die Quintessenz ist es nur ganz kalte Zutaten zu nehemen und den Teig so wenig wie möglich mit den Händen zu kneten. Beim Ausrollen nach der Ruhezeit sollten Arbeitsfläche, Teigrolle und nicht zuletzt die eigenen Hände sehr gut gemehlt werden, dann klebt der Teig auch nicht zu stark und die Verarbeitung wird um einiges leichter.

johannisbeer tarte collage 1

Zutaten:

  • 150 g Mehl
  • 100 g kalte Butter + etwas Butter zum Fetten einer Tarteform
  • 50 g Zucker (Teig) + 10 g Zucker (Johannisbeeren)
  • 1-2 EL eiskaltes Wasser
  • 250 g Johannisbeeren
  • Johannisbeerkonfitüre (bzw. weitere Johannisbeeren und Gelierzucker)

Zubereitung:

  1. Für den Mürbeteig Mehl, Butter, Zucker und kaltes Wasser mit dem Knethaken zu Streuseln verrühren, dann kurz mit den Händen zu einem Teigball formen. In Frischhaltefolie eingewickelt eine Stunde in den Kühlschrank stellen.
  2. In der Zwischenzeit die Johannisbeeren mit einer Gabel von den Zweigen befreien und zusammen mit 10 g Zucker in einer Schüssel durchziehen lassen. Einige Johannisbeeren mit einer Gabel zerquetschen.
  3. Falls ihr die Marmelade selber machen wollt: Die gewünschte Menge Johannisbeeren und Gelierzucker zusammen aufkochen (ich habe 350 g Johannisbeeren + 50 ml Roséwein mit 250 g Gelierzucker {2:1} eingekocht) etwa 4 Minuten sprudelnd kochen lassen und in saubere Gläser füllen.
  4. Teig aus dem Kühlschrank nehmen und auf einer großzügig bemehlten Arbeitsfläche kreisförmig (3-4 mm) ausrollen. Den Teig in die gefettete Tarteform legen, mit einer Gabel mehrere Löcher reinstechen und bei 180 Grad (Heißluft) 10 Minuten vorbacken. Wenn noch Teig übrig ist, dann können aus diesem Verzierungen für die Tarte geformt werden, wie bei mir die Blätter.
  5. Erst die Johannisbeerkonfitüre, dann die Johannisbeeren auf dem Boden verteilen und die Tarte für weitere 35-40 Minuten bei 180 Grad backen

johannisbeer tarte collage 2

Warum immer Kuchen im Haus sein sollte {Last Minute Gugelhupf}

2014/07/01

Oder zumindest: warum man immer bereit sein sollte einen Kuchen zu backen.

Da muss ja hoffentlich keiner mehr überlegen, oder? Selbstgebackener Kuchen schmeckt einfach besser als eingeschweißte Muffins,  08/15-Torte aus dem Tiefkühlregal (hiervon ist die Benjamin-Blümchen-Torte offiziell ausgenommen!) und oft auch als die Obstschnitte vom Bäcker, die mit einer meterdicken Schicht wabbligem Tortenguss bestückt ist.

schneller_GuglhupfManchmal fühlt es sich einfach besser an einen frisch-gebackenen, noch ofenwarmen Rührteiggugel zu vernaschen als mal wieder das Nutellaglas zu plündern. Da müssen sich auch gar keine Gäste (iehhh Menschen!) ankündigen. Ich bekenne: ich mache Kuchen ganz für mich alleine. Einfach so. Weil ich kuchenhunger habe.

schneller_Guglhupf_2Ein Gugelrezept zum variieren! Hier kann eigentlich alles mit reingeschmissen werden, was ihr so da habt. Das beste, finde ich, ihr müsst noch nicht mal den Mixer aus der hintersten Ecke des Küchenschranks kramen. Hier ist alles von Hand gerührt. Das geht auch ganz schnell, versprochen. Längeres Rühren ist nämlich nicht erwünscht, da der Teig sonst zu dickflüssig wird. Also Obacht!

Ich habe Blaubeeren mit reingetan weil sie, richtig erraten, einfach gerade so  rumlagen. Aber mindestens genauso gut sind Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Äpfel.

Zutaten: (Achtung: für eine kleine Guglform / Zutaten verdoppeln für eine normale Guglform)

  • 1 Ei
  • 70 g Zucker
  • 40 ml Pflanzenöl
  • 2 EL Mineralwasser
  • 1 EL Zitronensaft
  • Abrieb einer Zitronenschale
  • 1 Prise Salz
  • 50 g Mehl
  • 1 EL Backpulver

Zubereitung:

  1. Ei mit dem Zucker schaumig rühren. Öl unter stetigem Rühren langsam hinzugießen.
  2. Zitronensaft, Zitronenschale, Mineralwasser ebenfalls kurz unterrühren.
  3. Mehl, Backpulver und Salz mischen und kurz (!) mit unterrühren. Achtung, hier nicht zu lange rühren, da der Teig sonst zäh wird.
  4. In eine gefettete Gugelhupfform füllen und im 190 Grad vorgeheizten Backofen, für etwa 40 Minuten backen.

einfacher-Guglhupf

Zitroniger Pfirsichkuchen

2014/06/24

Rezept gegen das Wetter da draussen: fruchtiger Pfirsichkuchen, einen Hauch saure Zitrone und ganz viel Sonne im Herzen. Vielleicht noch ein bisschen Schlagsahne dazu. Darf gerne mit dem Lieblingssommerkleid und FlipFlops vernascht werden (oder für die Leser: mit Shorts und Sandalen – aber meine Herren, bitte ohne Socken!)

lemony-peach-cake

Gefunden habe ich das Rezept bei der großartigen Donna Hay, die es wie keine andere versteht aus den simpelsten Zutaten die köstlichsten Rezepte zu zaubern. Ich konnte es allerdings nicht lassen ein wenig mit den Mengenangaben zu spielen (weniger Zucker funktioniert meist fabelhaft!) und dem Rezept meinen Stempel in Form von gehackten Mandeln aufzudrücken.

lavendel

pfirsich-kuchen-zitrone

Zutaten:

  • 160 g Butter, weich
  • 100 g Zucker
  • 2 Eier
  • 150 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 70 g Naturjoghurt
  • 3-4 Pfirsiche (je nach Größe)
  • 1  (Bio-)Zitrone (Saft+Schale)
  • einige Mandeln, gehackt

Zubereitung:

  1. Pfirsiche in spalten schneiden und zusammen mit etwa 2 EL Zitronensaft in eine Schüssel geben, ruhen lassen.
  2. Weiche Butter, 3 TL Zitronenschalenabrieb und Zucker mindestens 5 Minuten mit dem Handrührgerät cremig schlagen. Dann jedes Ei einzeln gründlich unterrühren.
  3. Mehl mit Backpulver mischen ebenfalls unter Teig rühren, Joghurt dazugeben.
  4. Teig in eine gefettete Springform geben, Pfirsiche darauf verteilen (einige leicht eindrücken)
  5. 60 Minuten bei 160 Grad backen. Mit Puderzucker bestreut servieren.

zitronen-pfirsich-kuchen

Rhabarber Baiser Kuchen

2014/04/06

Nicht still und heimlich, sondern mit ach und Krach ist der Frühling  anstelle des Winters getreten. Kaum zu glauben, dass letztes Jahr um diese Zeit die Straßen voll von Schnee waren und wir uns bei Minustemperaturen in dicke Mäntel hüllen mussten. Dieses Mal also Alles einmal anders herum. Sonnenschein und wärmende 20 Grad. Zart sprossende, grüne Blätter, weißrosa Blüten überall und der erste Spaziergang ohne Jacke!

rhabarber-baiser-kuchen-1Nur dummerweise findet dieses wunderbare Schauspiel gerade ohne mich statt. Mir bleibt meist nur ein wehmütiger Blick aus dem Fenster, seufz, denn ich bin zu gefühlt 90 Prozent meiner Zeit an Schreibtisch, Bücher und Co. gefesselt. Monat des Grauens April! Das Staatsexamen wartet und will gerne bestanden werden. Sind denn schon sechs (s-e-c-h-s!!!) Uni-Jahre vorbei? Meine Einladung vom Landesprüfunsamt sagt unmissverständlich ja und so bleibt mir nichts anderes übrig als fleissig eine Menge Fakten in mich aufzusaugen (um den Großteil gleich danach wieder zu vergessen- traurig aber wahr). Kaum Zeit für nichts also. Für einen aufmunternden taschakka-ich-schaff-das-Kuchen, der mich mit einer frischen Dosis Zucker versorgt ist ist allerdings schon Zeit.

rhabarber-baiser-kuchen-2Und nein, dieser Kuchen enthält wirklich nicht wenig Zucker. Das Rezept habe ich hier gefunden und nur ganz minimal abgeändert, denn eigentlich ist es doch schon perfekt. Hauptsächlich habe ich den Zuckeranteil reduziert und ein bisschen Mandeln dazugegeben. Ich liebe die Kombination Rhabarber und Baiser, sauer und süß. Wer den Rhabarber nicht ganz so sauer mag, kann ihn in geschnittenem Zustand mit 1-2 EL Zucker in eine Schüssel geben und etwas durchziehen lassen aber eigentlich ist der Kuchen schon süß genüg.

Und so geht’s…

Zutaten: für eine Mini-Kastenform (ca. 6 Stücke), für eine größere Form Teig verdoppeln/ verdreifachen.

  • 3 Stangen Rhabarber
  • 100 g weiche Butter
  • 80 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 80 g Mehl
  • 20 g gemahlene Mandeln
  • 50 g Speisestärke
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Ei
  • 2 Eigelb
  • 2 Eiweiß
  • 1 Prise Salz
  • 80 g Zucker
  • ein Spritzer Zitronensaft
  • eine Handvoll Mandelblättchen

Zubereitung:

  1. Den Rhabarber waschen, gegebenenfalls schälen und in 2-3 cm lange Stücke schneiden, beiseite stellen.
  2. Die weiche Butter gemeinsam mit dem Zucker und Vanillezucker schaumig rühren, das Ei und zwei Eigelbe dazugeben.
  3. Gemahlene Mandeln, Mehl, Stärke und Backpulver gut mischen. Unter ständigem Rühren nach und nach zu der Buttermasse geben. Solange mixen bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist. Diesen in eine gefettete Kasten- oder Springform geben und bei 180 Grad Ober-/Unterhitze etwa 25 Minuten backen. (Wer die doppelte/ dreifache  Menge nimmt verlängere die Backzeit auf 35-40 Minuten)
  4. Für den Baiser  die Eiweiße zusammen mit der Prise Salz  in einer sauberen Schüssel steif schlagen. Zucker nach und nach einrieseln lassen, sowie einen Spritzer Zitronensaft dazugeben.
  5. Kuchen aus dem Ofen nehmen, Baiser mit einem Esslöffel darauf verteilen und mit Mandelblättchen bestreuen. Für weitere 20 Minuten backen. Vorsicht, dass der Baiser nicht zu dunkel wird und ggf. die Temperatur etwas runterdrehen.

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Strawberry Handpies {Erdbeerküchlein}

2014/03/23

Erdbeeren!

Eigentlich noch ein bisschen zu früh aber als ich die 1-Kilo-Sperrholzkiste voller großer, tiefroter Erdbeeren sah konnte ich einfach nicht widerstehen. Also ab nach Hause damit und mit einem Gefühl zwischen Vorfreude und Ungewissheit gekostet. Etwas fest, so wie es Supermarkterdbeeren meist an sich haben aber sie schmecken doch erstaunlich süß und mild. Für Mitte März überraschend gut, Test bestanden! Und weil sie schon so überzeugend geschmeckt haben, gab es auch prompt 2/3 der Erdbeerkiste noch am selben Abend stilecht zusammen mit einer großen Schüssel süßer Sahne und etwas Vanillezucker.

Und der Rest? Auf meiner Wunschbackliste habe ich schon länger sogenannte handpies stehen.  Kleine Küchlein aus Mürbe- oder Blätterteig mit einer fruchtigen Füllung. Während meiner Recherche habe ich mich sofort in die blueberry hand pies von the italian dish verliebt, anhand derer ich mich auch beim Backen orientiert habe. Statt der Blaubeeren gibt’s nun also Erdbeerfüllung.

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