Entries from August 2014

Warmer Salat aus ofengerösteten Tomaten und Zucchini mit Polentaschnitten

2014/08/27

Sich ein wenig die Provence in’s Haus holen. Man munkelt das Licht da unten soll ganz anders, fast magisch sein. Nicht umsonst hat der Süden Frankreichs einige Künstler zu ihren besten Gemälden inspiriert. Zu allererst denke ich da natürlich an den armen Van Gogh, der 20 Monate seines Lebens dort verbrachte und außergewöhnliche Bilder voller Licht, Formen und Intensität geschaffen hat.

Eines meiner liebsten Bilder ist Vincents Schlafzimmer in Arles. Ein schmales Bett, daneben ein Nachttischchen, zwei einfache Stühle und ein Fenster. Praktisch, ja fast kahl wirkt das kleine, schmale Zimmer. Jedoch direkt über dem Bett hängt unter anderem ein Selbstportrait von van Gogh. Ich weiß nicht warum aber ich liebe dieses kleine Detail, welches dem Zimmer so viel Persönlichkeit verleiht.

Ofentomaten mit Polenata pin

[row_fluid][one_half] Ofengemüse [/one_half][one_half] Polenta [/one_half][/row_fluid]

Leider bin ich selbst noch nicht in den wunderschönen Süden Frankreichs gereist, dabei wäre alleine schon die Küche einen Ausflug wert. Seit langem schon besitze ich ein Kochbuch („Die Küche der Provence“ von Gui Gedda und Marie Pierre-Moine), welches mich auch beim x-ten Durchblättern immer wieder fesselt. So habe ich mich inspirieren lassen und ein sommerlich leichtes Gericht gekocht.

Polenta ist Maisgries und laut Kochbuch recht häufig in der provencalischen Küche anzutreffen. Frisch gekocht ähnelt Polenta am ehestem Kartoffelbrei, nur schmeckt sie eher nussig. Der Clou ist, dass Polenta beim abkühlen aushärtet und sich gut zu Fritten, Schnitten oder Plätzchen weiterverarbeiten lässt. Ich habe mich für Schnitten entschieden und sie nach dem Auskühlen mit Parmesan bestreut ausgebacken. Dazu gibt’s einen Salat aus ofengerösteten Tomaten und Zucchini.

Zutaten:

  • 125 g Polenta
  • 10 g Parmesan
  • 1 TL Kräuter der Provence (Tiefkühl) oder frischen Thymian, Rosmarin, Kerbel etc
  • 5 Tomaten
  • 1/2 Zucchini
  • 1/2 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 EL Olivenöl
  • einige Zweige Thymian
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

  1. Polenta nach Packungsanweisung aufkochen. Nach dem Kochen Kräuter der Provence unterrühren und in eine leicht geölte Kasten- oder tiefe Auflaufform geben. Mindestens 2 h bis zu 24 h abkühlen lassen.
  2. Gemüse klein schneiden (Tomaten in Achtel, Zucchini in Scheiben, Zwiebeln in Ringe, Knoblauch in Viertel) und in eine Auflaufform geben. Gemüse salzen, pfeffern und mit Olivenöl beträufeln. Alles gut durchmischen und bei 200 Grad Heißluft/ 190 Grad Umluft in den vorgeheizten Backofen etwa 30 Minuten backen. Zwischendurch ein-/zweimal umrühren.
  3. Erkaltete Polenta stürzen in in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben und mit Parmesan bestreuen. Bei einer verbleibenden Backzeit von 20 Minuten mit in den Ofen geben.
  4. Knoblauchviertel aussortieren und Gemüse mit den Polentaschnitten anrichten.

ofengemüse polenta pin 2

Kokosmilchreis mit gerösteten Pflaumen

2014/08/24

Sonntage sind was Schönes, nicht wahr?

Wenn das Wetter mich reizt, dann gehe ich sehr gerne noch vor dem Frühstück spazieren (oder joggen) und genieße die frische Morgenluft. Aber es ist vor allem die Stille, die mich nach draussen treibt. Zu sonst keinem Zeitpunkt ist sie so ausgeprägt ist wie an einem Sonntag Morgen. Ich wohne relativ zentral in Berlin, die viel befahrene Kreuzung praktisch vor der Tür, der Gehweg fast unter dem Fenster. Es wimmelt von Touristen, Studenten und Menschen, die zur Arbeit hetzen. Nur Sonntag Morgen, da ist alles still.

[row_fluid][one_half] pflaumen [/one_half][one_half] schüssel [/one_half][/row_fluid]

Nach so einem Spaziergang folgt bei uns oft ein typisches Sonntagsfrühstück. Der (Couch-)Tisch wird groß aufgedeckt während die Brötchen im Ofen backen. Eine Tasse Kaffee, ein Glas Saft, dazu viele Marmeladen, die Zeugnis des schönen Sommers sind. Gefrühstückt wird spät, Mittagessen fällt aus.

Da der Rest des Tages nicht selten stilecht auf der Couch verbracht wird, esse ich im Verlaufe des Nachmittags (sofern kein Kuchen bereit steht) gerne was Süßes. So ein „Comfort Food“ ist genau das richtige für einen faulen Sonntag finde ich. Zum Beispiel Milchreis, der geht schnell und einfach. Den klassischen Milchreis mit Zucker und Zimt (und Apfelmus) esse ich gerne im Herbst oder Winter. Diese Version hier jedoch ist eher spätsommerlich angehaucht.

Der Reis wird mit Kokosmilch aufgekocht. Ich mag Kokos eher dezent, deswegen bevorzuge ich „light“ Kokosmilch. Sie ist ein wenig dünner als richtige Kokosmilch und enthält auch weniger Fett. Eine Alternative wäre es normale Kokosmilch mit anderer Milch (Kuh-/Hafer-/Mandelmilch etc) je nach Geschmack zu verdünnen. Die gerösteten Pflaumen aus dem Ofen bereiten die Geschmacksknospen so langsam auf den Herbst vor und sorgen für ein volles Aroma.

Wichtig ist es keinen Fertig-Milchreis zu nehmen sondern „rohen“, so könnt ihr selber bestimmen wie süß ihr den Milchreis haben wollt. Ich musste z.B. nur ein klitze kleines bisschen nachsüßen, weil der Milchreis (für meinen Geschmack) schon süß genug war. Erst recht, wenn dazu die Ofenpflaumen serviert werden.

coconut rice pudding with roasted plums_bearbeitet-1Zutaten: (reicht für 2 kleine Portionen zum Dessert oder für 1 große Portion)

  • 75 g Milchreis (kein Fertigmilchreis!)
  • 1/2 Vanilleschote oder ein paar Tropfen Vanilleextrakt
  • eine Prise Salz
  • 300 ml Kokosmilch (ich nehme gerne die fettreduzierte, weil sie ähhh weniger Fett enthält und nicht ganz so dominant nach Kokos schmeckt)
  • Zucker, Honig o.ä. nach Geschmack, um den Milchreis zu süßen
  • 4 Pflaumen
  • 1 TL brauner Zucker oder 1TL Honig

Zubereitung:

  1. Pflaumen halbieren, in eine Auflaufform setzen und  mit 1 TL Honig oder braunem Zucker betreufeln/bestreuen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Heißluft/ 190 Umluft etwa 25 Minuten backen.
  2. Milch zusammen mit Salz und Vanilleextrakt aufkochen. Reis hinzugeben und etwa 20 Minuten auf mittlerer Hitze simmern lassen, dabei häufig umrühren.
  3. Milchreis vom Herd nehmen, nach Geschmack süßen und nocheinmal 10 Minuten ziehen lassen. Zusammen mit den Pflaumen servieren.

kokosmilchreis mit gebackenen pflaumen 2

Himbeer Mascarpone Tarte

2014/08/21

Kaum hab‘ ich mir still und heimlich zwei Wochen Sommerpause vom Bloggen genommen, da schleicht sich doch tatsächlich ganz leise der Herbst an. Man merkt, dass sich der lange Bilderbuchsommer langsam seinem Ende nähert. Die Nächte sind schon wieder kühl und viele Tage beginnen verregnet. Woran ich noch erkenne, dass der Herbst kommt? Meine geliebten Kastanien sind mit die ersten Bäume deren Blätter golden-orange in der Abendsonne leuchten und so zu einem frühherbstlichen Panorama an vielen Stellen im Berliner Tiergarten (und anderswo) beitragen.

Auch lässt ganz allmählich das sommerliche Obstangebot nach. Um gute Beeren zu finden, muss man schon gezielt Ausschau halten. Deren Plätze nehmen jetzt immer häufiger Äpfel, Birnen und Pflaumen ein. So habe ich wirklich lange gesucht, um frische Himbeeren zu einem vernünftigen Preis zu ergattern.

raspberry mascarpone tarteEs sollten unbedingt Himbeeren sein, denn ich wollte noch einmal so eine richtig, erfrischende Sommertarte zubereiten, bevor ich mich ganz dem Spätsommer- und Herbstobst hingebe. Ich liebe Tartes in allen Variationen, wie man an vergangenen Rezepten gut erkennen kann. Ob klassische Mürbeteigtarte, Galette oder „Freestyle Himbeer Tarte“ wie diese, mich reizt einfach das Unkomplizierte an diesen einfachen, rustikalen Rezepten.

So ist auch diese Tarte, die ich aus zwei anderen Rezepten „gefrankensteint“ habe (im englischen klingt frankensteined irgendwie cooler…) eine Ausgeburt an Einfachheit. Der Teig ist schnell zusammengeknetet und auch die anderen Zutaten bedürfen kaum weiterer Verarbeitung. Einzig das lange Warten während der Teig im Kühlschrank ruht zerrt ein wenig an der Geduld.

ingredients for raspberry tarte

tarte dough

 

Modifiziert nach einem Rezept aus der Essen & Trinken 08/14 & nach diesem Rezept

Zutaten:

Teig:

  • 100 g Butter, weich
  • 30 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Eigelb
  • 150 g Mehl
  • 1 EL kaltes Wasser
  • 1/4 TL Vanilleextrakt

Belag:

  • 200 g Himbeeren
  • 6 EL Mascarpone
  • 3 EL Joghurt
  • 1-2 TL Honig

Guss:

  • 2 EL Himbeermarmelade (oder andere rote Marmelade)
  • 1 TL Zitronensaft

Zubereitung:

  1. Für den Teig Butter, Zucker, Salz und Vanilleextrakt verkneten. Eigelb kurz unterarbeiten und dann Mehl sowie 1 EL kaltes Wasser zugeben und kurz unterkneten. Teig mit den Händen zu einer flachen Kugel formen, in Folie wickeln und etwa 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  2. Für den Belag Mascarpone, Joghurt und Honig verrühren bis eine homogene Masse entstanden ist.
  3. Nach der Kühlzeit den Teig ausrollen (das funktioniert sehr gut zwischen 2 Lagen Frischhaltefolie!) und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Den Teig mit der Mascarponemasse dick bestreichen, dabei einen Rand von etwa 2 cm lassen. Die Himbeeren auf der Tarte verteilen und im vorgeheizten Backofen bei etwa 210 Grad Heißluft/ 190 Grad Umluft auf der untersten Schiene etwa 35 Minuten backen.
  4. Marmelade mit dem Zitronensaft verrühren und kurz erhitzen (geht am schnellsten in der Mikrowelle). Die heiße Tarte damit besprenkeln und auf einem Gitter abkühlen lassen.

raspberries on the windowsill

Galette mit Kirschen

2014/08/07

Und wieder einmal Mürbeteig.

Der passt aber auch so gut zu frischem Obst, weil er diesem nicht die Show stiehlt und sich dezent im Hintergrund hält. Neben dem Crumble ist eine rustikale Tarte aus Mürbeteig meine liebste kuchenartige Sommernascherei (manchmal muss es einfach warm und teigig sein!). Man hat ja nicht immer Lust und Muße gleich einen ganzen Kuchen (für sich allein) zu backen, da geht so eine Tarte entscheidend schneller und vor allem unkomplizierter.

kirsch galette pin

Bei der Mürbeteig Galette faltet man den äußeren Teigrand einfach fächerförmig ein, so ist auch eine Form überflüssig. Simpel und lecker! Neben Kirschen kann man prinzipiell (fast) jedes Obst für die Füllung benutzen, welches gerade Saison hat. Vor einiger Zeit habe ich zum Beispiel eine Pfirsich-Brombeer-Galette gebacken, die sensationell war.

Besonders lecker schmeckt die Galette noch lauwarm mit einem dicken Klecks Sahne oder einer Kugel Vanilleeis.

cherries blogZutaten:

  • 150g Mehl
  • 100 g kalte Butter
  • 50 g Zucker
  • 1-2 EL kaltes Wasser
  • 150 g Kirschen
  • 3-4 EL roter Saft (z.B. Kirschsaft, alternativ Wasser mit etwas Zucker)
  • 1/2 TL Zimt
  • 1 TL Stärke
  • 1 Ei, verquirlt
  • 1 TL brauner Zucker

Zubereitung:

  1. Für den Mürbeteig Mehl, Butter, Zucker und kaltes Wasser mit dem Knethaken zu Streuseln verrühren, dann kurz mit den Händen zu einem flachen Teigball formen. In Frischhaltefolie eingewickelt eine Stunde in den Kühlschrank stellen.
  2. In der Zwischenzeit die Kirschen halbieren und entsteinen. Zusammen mit dem Saft, Zimt und Stärk in eine Schüssel geben und alles vermischen
  3. Teig aus dem Kühlschrank nehmen, auf einer großzügig bemehlten Arbeitsfläche etwa kreisförmig (3-4 mm) ausrollen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen . In die Mitte des Teiges die Kirschen geben, dabei einen Rand von etwa 5 cm lassen. Den Rand ganz dünn mit dem verquirltem Ei bepinseln und fächerförmig einschlagen. Evtl. nocheinmal dünn mit Ei bepinseln und mit etwas braunem Zucker bestreuen.
  4. Im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad (Ober-/Unterhitze) etwa 30 Minuten backen. Die Galette ist fertig, wenn der Teig gebräunt ist und die Kirschfüllung anfängt zu blubbern.

Au Revoir Juli | Ein Rückblick in Instagrambildern

2014/08/01

Wie immer viel zu schnell vorüber ging der Sommer- (und Geburtstags-) Monat Nummer zwei Juli. Ich kann mich an keinen Sommer erinnern, welcher durchgehend so schön und warm war. Denke ich an vergangene Sommer denke ich an verregnete Julitage, in denen einem beinahe herbstlich zumute war. Das muss natürlich so ganz und gar nicht stimmen, denn die Erinnerung und Gedanken spielen ja öfter mal Streiche. So erinnert man sich gerne entweder nur an die besonders schönen oder besonders schlechten Momente im Leben.

So schön und fleissig die Sonne im Juli anno 2014 nun auch war, so (be-) drückend erschien mir die Hitze jedoch an manchen Tagen. Schlaflose Nächte und träge Nachmittage haben mich geplagt und mich manchmal still und heimlich wünschen lassen es wäre schon Herbst. Natürlich würde ich so etwas nie laut sagen. Sonst heißt es noch ich wäre Schuld, wenn der Sommer plötzlich ein jähes Ende fände.

Also lasst uns noch einige Wochen den Sommer auskosten, die die Fülle an frischem Obst genießen, viele Gläser Marmelade kochen und Abkühlung in frischen Seen suchen.

 

insta juli 1

Im Juli gab es  bei mir Pfirsiche en masse nicht nur pur sondern auch in Kuchen & Crumble / Stricken geht auch im Sommer (Schal von Brooklyn Tweed) /  Sommerobst: Kirschen & Stachelbeeren

 

insta juli 2

Noch mehr Pfirsich steckt in dieser Sommermarmelade / Morgendlicher Blick aus dem Küchenfenster, ich bin so stolz auf das viele Grün / Zum Frühstück kleine Blaubeerdatschi aus dem Buch Wilde Beeren*
insta juli 3

Nach Brasilien kommt Berlin- der „Partytruck“ der deutschen Nationalmannschaft ganz nah / Upside-down Zwetschgenkuchen / Hellblauer Himmel und Fluffwolken über Berlin

 

insta juli 4Das letzte Juliwochenende in die Heimat gefahren, dabei den frischen Morgennebel genossen/…ein Kirscheis gegessen/ …und noch mehr Kirschen gegessen

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