DSLR Basics | Lerne deine Kamera kennen (und lieben)

2014/07/11

Juhu, es ist Freitag und das heißt es ist Zeit für für ein bisschen DSLR Basics!

Die richtige Lichtquelle, die Blende, die Belichtunsgzeit und den ISO-Wert habe ich letzte Woche knapp und knackig vorgestellt (Automatik aus! 5 Basics, die du über deine DSLR wissen musst). Heute geht es zugegebenermaßen ein bisschen trockener zu aber das Thema ist deshalb nicht weniger wichtig. Es geht um die wichtigsten der vielen kleinen Knöpfe, Hebel und Einstellungen an der Kamera.

(Ich habe eine Nikon aber bei den meisten Kameramodellen ist der Aufbau sehr ähnlich)

Ich denke am Anfang ist es wichtig die verschiedenen Modi der Kamera kennenzulernen.

 

Die Aufnahmemodi

(sie lassen sich mit dem Modus-Wählrad einstellen)

kamerafunktionen1

 

  • M ->Manuelle Steuerung. Alle Parameter werden von Hand eingestellt (also Blende, Belichtungszeit, ISO-Wert, Weißabgleich etc.). Ich persönlich benutze den M-Modus meist nur zusammen mit einem Stativ und wenn ich viel Zeit habe. Für den Anfang würde ich ihn auch nicht empfehlen, weil relativ schnell Fehler passieren können. Am Ende ist man mit 90 % der gemachten Bilder nicht zufrieden und verliert schlimmstenfalls die Lust an der Fotografie (alles selbst erlebt). Ich denke es ist besser zuvor die Halbautomatik-Einstellungen kennenzulernen.
  • A/ Av -> Aperture (=Blende). Der A-Modus ist ein Halbautomatik-Modus, bei dem der Fotograf die Blendenöffnung festlegt, während die Kamera den Rest erledigt. Parameter wie ISO-Wert, Weißabgleich etc. können geändert werden aber eben nicht die Belichtungszeit. Den A-Modus benutze ich für die meisten meiner Bilder wenn es schneller gehen muss oder ich unterwegs bin.
  • S/ Tv -> Shutter Speed (=Belichtungszeit). Der S-Modus ist ebenfalls ein Halbautomatik-Modus, bei dem der Fotograf die Belichtungszeit selbst festlegen kann, die Kamera erledigt den Rest. Trotzdem können Änderungen am ISO-Wert und anderen Parametern (nur eben nicht die Blende) getätigt werden. Der S-Modus ist gut geeignet um bewegte Objekte festzuhalten. Soll die Bewegung fließen (Belichtungszeit lang) oder lieber einfrieren (Belichtungszeit kurz)?
  • P -> Programmautomatik. Das böse P-Wort ;) Obwohl der Automatikmodus in der DSLR-Fotografie ziemlich verteufelt wird, eignet er sich doch ganz gut für schnelle Schnappschüsse, wenn man keine Zeit hat groß an den Belichtungsparametern rumzuschrauben und man einfach schnell mal „draufhalten“ möchte
  • Die Motivmodi -> Die kleinen Symbole am Einstellrädchen kennzeichnen ganz bestimmte Motivmodi wie Portraits, Makro-Aufnahmen, Landschaftsaufnahmen etc. Meiner Meinung nach sind auch diese eher für „überlegte“ Schnappschüsse geeignet. Denn wozu hat man eine tolle (und teure) DSLR, wenn man deren kreatives Potential gar nicht ausschöpft?

 

Das Display

DisplayDSLR

Auf dem Display werden unter anderen die festgelegten Einstellungen angezeigt und man hat die Möglichkeit bestimmte Parameter zu ändern.

Von oben links im Uhrzeigersinn:

  • Oben links wird der Kameramodus angezeigt (A-, S-, M- oder P-Modus)
  • Mittig auf dem Display werden Belichtungszeit (hier 2″) und Blende (hier F8) angezeigt
  • Ganz oben in der Leiste auf der rechten Seite findet man die Bildqualität und Bildgröße des resultierenden Bildes. Hier kann man auch einstellen zwischen jpeg- und raw-Datei, was später bei der Bildbearbeitung eine Rolle spielt.
  • Weißabgleich (hier auf Automatik). Meist gibt es neben der Automatik voreingestellte Weißabgleichprogramme für verschiedene Lichtsituationen wie direktes Sonnelicht, bewölkter Himmer, Kunstlicht etc. Natürlich ist es auch möglich den Weißabgleich manuell festzulegen.
  • ISO-Wert -> wichtig für die Belichtung des Bildes
  • Fokusart -> hier gibt es meist mehrere Fokusarten zur Auswahl. Es gibt mehrere Automatikfokusarten (AF) , die je nach Auswahl für bewegte oder unbewegte Motive geeignet sind. Selbstverständlich gibt es auch hier die Möglichkeit manuell scharf zu stellen (MF)
  • Messfeldsteuerung -> zeigt an, wie das Messfeld für den Automatikfokus gewählt wird. Hier gibt es meist die Möglichkeiten zwischen Einzelmessfeld, dynamischem Messfeld und automatischem Messfeld zu wählen. Bei der Auswahl spielt es eine Rolle, ob sich das Motiv (unkontrolliert) bewegt oder nicht.
  • Belichtungsmessung -> hier kann man meist zwischen Matrix-, Mittenbelichtungs- und Spotmessung wählen. Je nachdem für welchen Modus man sich entscheidet, wählt die Kamera anhand der Helligkeitsverteilung, Farbe und Bildaufbau die Belichtung.
  • Belichtungskorrektur -> Diese lässt sich separat an der Kamera einstellen, wenn das Motiv zu hell oder dunkel wiedergegeben wird. Der Knopf, bei meiner Nikon oben rechts neben dem Auslöser, ist meist mit Av und einem Plus-und Minussymbol beschriftet. Soll das Bild heller gegeben werden muss ein positiver Korrekturwert, also plus xx, eingegeben werden.
  • Blitzbelichtungskorrektur -> hiermit wird der Blitz, der von der Kamera vorgeschlagen wird, verändert
  • Graphische Darstellung von Blende und Belichtungszeit

 

Puh ist das viel! Am Anfang habe ich wirklich immer alles vergessen. Besonders für das Zusammenspiel zwischen Blende und Belichtungszeit habe ich ewig gebraucht, um es wirklich zu verstehen!

Am Anfang reicht es aus viele von diesen Parametern erstmal in irgendeiner Form auf Automatik zu stellen und sich eben lieber mit Blende und Belichtungszeit vertraut macht. Trotzdem will ich euch nicht verschweigen, welche von den Funktionen ich persönlich am wichtigsten finde (blaue Box).

 

Zusammenfassung:

ModusWas wird eingestellt?Für welche Aufnahmesituationen?
P (Programm)automatische Einstellung von Blende und Belichtungszeit
Andere Parameter können verändert werden (ISO, Fokus etc.)
Für spontane Schnappschüsse
S (Blendenautomatik)Belichtungszeit manuell
Blende automatisch
Andere Parameter können verändert werden
Festhalten von bewegten Objekten
Bewegungen einfrieren -> kurze Verschlusszeit
Bewegungen fließen lassen -> längere Verschlusszeit
A (Zeitautomatik)Blende manuell
Belichtungszeit automatisch
Andere Parameter können verändert werden
Für fast alle Motive geeignet, insbesondere unbewegte Objekte
Unscharfer Hintergrund -> Blende auf (f/2)
Scharfer Hintergrund -> Blende zu (f/8)
M (Manuell)Belichtungszeit und Blende manuell
alle anderen Funktionen ebenfalls manuell
Für schwierige Lichtbedingungen

[alert_box style=“info“ close=“no“ custom_class=““]Tipps

  • Sofern man keinen manuellen Weißabgleich macht, finde ich den automatischen Weißabgleich am originalgetreusten. Ich habe auch das ein oder andere Mal versucht mit den anderen Weißabgleichmodi zu fotografieren, war aber mit dem Ergenis nie wirklich zufrieden, weil mir die Farben einfach zu sehr verfälscht waren.
  • Der ISO-Wert ist ein Muss und kann großen Einfluss auf die Belichtung eurer Bilder haben, deshalb würde ich ihn immer manuell einstellen.
  • Auch die Belichtungskorrektur kann die Fotoqualität entscheidend verbessern und sie ist so einfach einzustellen.
  • Noch ein Wort zum Fokus. Ich fokussiere bei still-life-Aufnahmen fast immer manuell aber ich denke hier ist man mit dem ganz normalen Autofokus (AF-A) gut bedient. Wichtig ist hier jedoch das korrekte Messfeld festzulegen um mehr kreativen Spielraum beim fokussieren zu haben (mehr dazu nächstes Mal).
  • Im Zweifelsfall immer ausprobieren, korrigieren und viele, viele Fotos schießen

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Viele von den oben genannten Punkten sind nochmal für sich genommen große Themen, deshalb konnte ich vieles nur anschneiden. Über die ein oder andere Funktion (Fokussieren, Weißabgleich, die Belichtung im Detail etc.) wird es demnächst noch Beiträge geben. Also bleibt dran!

Ich hoffe, ich konnte dem einen oder anderen DSLR-Rookie ein wenig weiterhelfen, viel Spaß beim Fotografieren!

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