Automatik aus! 5 Basics, die du über deine DSLR wissen solltest + Infografik

2014/07/04

Heute geht’s um ein Thema, welches mir neben dem Kochen und Backen sehr am Herzen liegt – die Fotografie.

Fangen wir gleich an! Es geht um die 5 wichtigsten Dinge, die du über das Fotografieren mit einer Spiegelreflexkamera wissen solltest um sich ein für allemal vom Automatik-Modus zu verabschieden (wenn du es bist jetzt noch nicht getan hast).

DSLR Basics infographic

1. Die Lichtquelle

Licht ist ALLES in der Fotografie! Das ist nichts Neues aber ich finde, man kann es nicht oft genug betonen. Ich persönlich finde natürliches Licht, also Tageslicht am schönsten. Ich benutze meinen Blitz (fast) nie aber es gibt auch coole Effekte, die man mit dem Blitz erzeugen kann.

  • Meide direkte Sonneneinstrahlung in der Mittagszeit und am frühen Nachmittag! Da das Sonnenlicht senkrecht auf die Erde fällt, schluckt es Farben und erzeugt harte Kontraste. Das Motiv wirkt flach und fade.
  • Das beste Licht findest du am frühen Morgen und Abend, weil der Einfallwinkel der Sonne nicht so steil ist und das Licht viel weicher ist.
  • Für Foodies: ein dünner Vorhang aus hellem Stoff vor dem Fenster wirkt bei zu harter Lichteinstrahlung wahre Wunder

2. Die Belichtung

Die Belichtung ist die Menge an Licht, die letztendlich auf den Sensor der Kamera trifft. Sie entscheidet wie hell oder dunkel das Bild im Endeffekt wird. Die Belichtung lässt sich beeinflussen durch:

  • Die Blende
  • Die Belichtungszeit
  • Den Isowert
Anzeigen auf dem Display. Gelber Kreis: Belichtungszeit, roter Kreis: Blende, Pfeil: graphische Darstellung der beiden Größen. Links im Menü an dritter Stelle von oben steht noch der ISO-Wert (hier 400).

Anzeigen auf dem Display. Gelber Kreis: Belichtungszeit, roter Kreis: Blende, Pfeil: graphische Darstellung der beiden Größen. Rechts im Menü an dritter Stelle von oben steht noch der ISO-Wert (hier 400)

 

 3. Die Blende

Die Blende ist nichts anderes als die Größe der Durchtrittsöffnung für das eintretende Licht durch’s Objektiv. Einstellen lässt sich die Blende entweder im M-Modus (manuell= man stellt sowohl Blende als auch Belichtungszeit ein) oder im A-Modus (aperture= man stellt die Blendenöffnung ein, die Kamera legt die passende Belichtungszeit fest).

Die Blendenöffnung wird in f/x angegeben.

  • f/1.8 heißt die Blende ist weit offen, viel Licht trift auf den Sensor -> das Bild wird heller
  • f/22 heißt die Blende ist weit geschlossen, wenig Licht trift auf den Sensor -> das Bild wird dunkler

[highlight]Merke: Je kleiner die Zahl hinter dem f, desto größer die Blende. Je größer die Zahl hinter dem f, desto kleiner die Blende.[/highlight]

Und was bringt uns nun die Blende?

Blende offenBlende geschlossen
Nur ein kleiner Bereich im Bild wird scharf abgebildetEin großer Bereich im Bild wird scharf abgebildet
Verschwommener HintergrundHintergrund nicht verschwommen
gut bei: schlechten Lichtverhältnissen, Makro-Aufnahmen, Produkt- und Foodphotographygut bei: sehr guten Lichtverhältnissen, Landschaftsaufnahmen, Architekturaufnahmen

blende dslr

 

 4. Die Belichtungszeit

Die Belichtungszeit ist ein weiterer Faktor, der die Belichtungsqualität des Fotos beeinflusst. Sie bestimmt, wie lange das Licht auf den Sensor der Kamera fällt. Also kurze Zeit, wenig Licht, dunkleres Bild – lange Zeit, viel Licht, helleres Bild. Die Belichtungszeit lässt sich im M-Modus oder im S-Modus (shutter speed= man stellt die Belichtungszeit ein, die Kamera wählt die passende Blendenöffnung) einstellen. Angegeben wird sie als Bruch, also ist 1/500“ eine kurze Belichtungszeit und 1/8“ eine lange Belichtungszeit.

Was heißt das?

Lange BelichtungszeitKurze Belichtungszeit
viel Licht gelang auf den SensorWenig Licht gelangt auf den Sensor
führt oft zu Verwackelungendie Verwackelungsgefahr ist geringer
lässt Bewegungen "fließen"lässt Bewegungen "einfrieren"

belichtungszeit dsle basics

[highlight]Merke: Die Belichtungszeit wirkt auf alles was sich bewegt. [/highlight]

 5. Der ISO-Wert

Der ISO-Wert beschreibt die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Ein niedriger ISO-Wert ist wenig Lichtsensibel und daher bestens geeignet für sehr gute Lichtverhältnisse (z.B. Tageslicht bei klarem Himmel -> ISO 100 oder 200).

Ein höherer ISO-Wert ist angebracht bei schlechteren Lichtverhältnissen (ISO 400 oder 800) oder Dunkelheit (ISO 1600 oder 3200).  Ankommende Lichtsignale werden verstärkt. Allerdings „erkauft“ man sich durch einen höhren ISO-Wert ein Mehr an Rauschen bzw. grobkörnigere Bilder. (Was allerdings auch gerne als Stilmittel eingesetzt wird.)

 

Ich hoffe ich konnte einen kleinen Überblick über die Basics der Spiegelreflex-Fotografie geben.

Hier geht’s weiter:

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7 comments

  • annanever_

    Super, vielen Dank für diesen Miniworkshop :) Habe eine DSLR, stehe aber noch ganz am Anfang und habe ein seeehr überschaubares Wissen ;) Würde mich freuen, wenn das zu einer kleinen Serie wird?! Die Infografik habe ich auf jeden Fall gleich mal bei Pinterest gepinnt…
    Liebe Grüße,
    Anna

    P.S.: Habe erst vor kurzem auf Instagram bemerkt, dass du auch blogst! Folge dir jetzt via Bloglovin :)

    • christine

      Wie lieb von dir Danke!!!

      Mit der Infografik habe ich mir auch ziemliche Mühe gegeben, weil ich es selber liebe Infografiken zu jeglichen Themen anzuschauen :)
      Schön, dass es dir hilft.

      Und ja, weitere Fotografie-Themen werden folgen ;)
      Sonnige Grüße!

  • DSLR Basics | Lerne deine Kamera kennen (und lieben) | Juligold

    […] Blende, die Belichtunsgzeit und den ISO-Wert habe ich letzte Woche knapp und knackig vorgestellt (Automatik aus! 5 Basics, die du über deine DSLR wissen musst). Heute geht es zugegebenermaßen ein bisschen trockener zu aber das Thema ist deshalb nicht […]

  • Anett

    So jetzt komme ich auch endlich mal dazu mich für das Verlinken zu bedanken :) du hast da eine tolle Übersicht erstellt und ich finde jeder mit einer DSLR sollte sich mit den manuellen Einstellungen beschäftigen…sonst kann man ja auch eine normal Digicam nutzen ;D

    Liebe Grüße
    Anett

    • christine

      Danke Anett!
      Ich weiß noch, dass ich recht lange (= zu lange) in Automatik geschossen habe. Dann ganz lange im A-Modus ohne zu wissen, was das eigentlich bedeutet und was man da alles verändern kann. So dachte ich eine kleine Übersicht für DSLR-Neulinge wäre doch ganz gut.

      Deine Eis-Foto Übersicht fand ich so klasse, die musste ich einfach verlinken. Hab‘ ja selber schon einmal ein Eis-Shooting gemacht und bin ziemlich in’s Schwitzen gekommen ;)

  • Michèle Lichte

    Das hast du super zusammen gefasst.
    Ich kann mir das einfach nicht merken.
    kennst du irgenwelche Eselsbrücke, die oben nicht schon genannt sind?

  • Aragon

    Danke das du alles so gut verständlich erkärst; einfach toll
    für blutige Anfänger wie ich.
    Hab leider auch das Problem das ich
    mich oft nicht traue die technischen Möglichkeiten meiner
    D3200 zu nutzen. Hmmm…Angst vor
    schlechten Fotos; oder Bequemlichkeit ? Schön wäre mit jemand erfahrenen in meiner Nähe (Bochum) gelegentlich auf Fototour zu gehen und sich auszutauschen.
    Gruß Willi

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