Nigel Slater’s Tender Obst {Rezension}

2014/06/29

Gibt es in der Foodbloggosphäre jemanden, der Nigel Slater und seine tender Kochbücher noch nicht kennt? Nachdem Tender Obst im letzten Frühjahr (pünktlich zum Start der Obstsaison) erschienen ist, tingelten unzählige Bilder, Rezepte und Ovationen durch’s Netz. Genug um auch mich anzufixen! Mit einem stolzen Preis von etwa 40 Euro das perfekte Weihnachtsgeschenk, landete der schwere 600 Seiten Wälzer auf meinem Gabentisch. Mittlerweile habe ich viele Seiten gelesen sowie ein paar Rezepte nachgekocht/ -gebacken.

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Das beste aus drei Zutaten, was ich jemals gegessen habe

Für alle, die es nicht wissen. Nigel Slater ist ein Koch, der schreibt (O-Ton). Er ist als Kolumnist und Kochbuchautor bekannt geworden, zumindest drüben auf der Insel, die traditionell nicht bekannt ist für besonders raffiniertes Essen. Um es mal vorweg zu nehmen, raffiniert sind die Rezepte auch in Tender Obst nicht, dafür wunderbar simpel, ehrlich und überraschend. Mehrmals musste ich mich fragen, warum meine Wenigkeit auf diese oder jene Kombination noch nicht von alleine gekommen ist.

Bestes und eindrücklichstes Beispiel ist die einfache Himbeer Tarte. Obwohl es der Name schon verrät hätte ich nicht erwartet, dass die Tarte so einfach ist. Blätterteig, Sahne, beste Himbeeren, fertig. Und beim Essen? Vielleicht das beste aus drei Zutaten, was ich jemals gegessen habe.

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einfache Himbeer Tarte (mein Freund bestand auf Bananen…)/ Aprikosen-Couscous/ Schnelles Pfirsich-Himbeer-Dessert

Heimisches Obst

Das Buch ist alphabetisch nach den verschiedenen Obstsorten gegliedert, wobei Slater nur heimisches Obst abhandelt, welches er auch in seinem eigenen Garten, der ein Traum sein muss, anbaut. Bananen und Ananas sucht man hier also umsonst. Aber vom Apfel bis zur Weintraube ist alles dabei. Er schreib und beschreibt mit solch einer Inbrunst über seinen Garten, so dass in mir der Gartenneid in ungeahntem Ausmaße geweckt wird.

Slater gibt im Buch umfassende Auskünfte über Sortenvielfalt und Anbau der jeweiligen Obstsorten. Besonders hilfreich finde ich die Kombinationsstipps, welche zu jeder Obstsorte Erwähnung finden. Kaum hat man das Buch in die Hand genommen und durch die ersten Seiten geblättert fallen sofort die wundervollen Bilder in’s Auge. Hier findet sich kein perfekt durchgeplantes Foodstyling sondern eine rustikale Optik und natürliche Arrangements die den Inhalt gekonnt ergänzen. Ein Buch zum stundenlangen Durchblättern!

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Die Rezepte

Wie erwähnt sind die Rezepte schlicht gehalten und in der Regel schnell zubereitet. Es braucht meist keine aufwändigen Zutaten, vieles davon hat man zuhause. Zu den meisten Obstsorten gibt es auch einige deftige Rezepte aber es überwiegen die Süßen. Man findet viele Dessert- und Kuchenvariationen aber Eis, Marmelade oder Getränke werden erwähnt.

Tatsächlich erscheinen manchmal die Rezepte ein bisschen eintönig, so wird gefühlt in jedem dritten Rezepte nach Mascarpone oder Crème double verlangt (zumindest bei den Beerenrezepten). Auch sind einige Obstsorten recht knapp abgehandelt, wie meine geliebten Erdbeeren. Dennoch habe ich hier ein Buch vor mir,  in dem ich gerne blättere und das mich inspiriert eigene Rezepte zu kreieren.

Fazit

Ich muss hier einfach eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Wer viel Obst isst und auch gerne mal ein bisschen in der Küche experimentiert oder sogar die Möglichkeit hat selber Obst anzubauen, für den ist dieses Buch wie eine Bibel. Es finden sich zahlreiche Rezepte, Tipps und Tricks auf über 600 Seiten, die den Preis von 40 Euro mindestens aufwiegen. Ganz abgesehen davon ist der Wälzer auch optisch und haptisch wunderschön aufgemacht.

Zu guter letzt hat Slater einen unwiderstehlich, einnehmenden Schreibstil, der es unmöglich macht nicht für eine kurze Weile in (s)einem Garten zu verschwinden und von Obstbäumchen und lauen Sommernachmittagen zu träumen.

 

RezeptEinfache Himbeer Tarte

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Zutaten:
Blätterteig aus dem Kühlregal
Sahne + Zucker
Himbeeren (die besten, die ihr finden könnt)

Zubereitung:
Den Blätterteig zu einem großen Rechteck ausrollen und mit der Gabel einige Male in den Boden stechen. Bei 200 Grad 15-20 Minuten backen. Kurz auskühlen lassen.
Die Sahne steif schlagen, dabei nach und nach etwas Zucker einriegeln lassen. Auf dem Blätterteig verteilen.
Himbeeren im Ganzen auf der Tarte verteilen.

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