Spanische Küche Teil 1: Gazpacho

2014/06/09

Fast ein Jahr ist es her, dass ich eine gute Freundin in Barcelona besucht habe. Nach einem für uns Deutschen fast obligatorischen aber nicht minder wunderschönen Urlaub auf Mallorca in der Vergangenheit, war dies mein erster Besuch auf dem spanischen Festland. Eigentlich nur ein Wochenendtrip und viel zu schnell vorüber, hat mir dieser Urlaub dennoch schönste Erinnerungen beschert an die ich dieser Tage, da es hier so heiß ist wie an jenen Barcelona-Tagen, gerne zurückdenke.

Verschlafene Vormittage und lange, laue Nächte an denen in der katalanischen Hauptstadt fast so reger Betrieb herrscht wie tagsüber. Enge, verträumte Gässchen von denen man plötzlich in das Getümmel der riesigen la Rambla stößt, DER Promenade in Barcelona. Läden, Cafés, Händler und Straßenkünstler! Lässt man sich vom nicht enden wollenden Menschenstrom mitreißen so kommt man vom Zentrum bis zum Hafen der Stadt, wo der Blick endlich auf das zyanblaue Meer fällt.

bcnmissing An einem Nachmittag waren wir bei einem befreundeten Pärchen und dessen Familie eingeladen und ich hatte meine erste Begegnung mit der spanischen Esskultur. Während wir am späten Nachmittag noch am Pool lümmelten gab es  die ersten „Häppchen“, die Tapas. Es wurde eine Platte mit unterschiedlich belegten Baguettescheiben herumgereicht. Besonders gut erinnere ich mich an diejenigen mit deftiger spanischer Wurst. Für mich ungewöhnlich spät, erst gegen 22Uhr, gab es dann das „richtige“ Abendessen in großer Runde an einem üppig gedeckten Tisch auf der kühlen Steinterasse. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mich an das Hauptgericht nicht mehr erinnern kann aber was sich mir in’s Gedächtnis verankerte, war die unglaublich köstliche Gazpacho, die als Vorspeise serviert wurde! Sämig, irgendwie cremig und fruchtig scharf schmeckte diese kalte Suppe, die ich damals zum allerersten Mal gegessen habe.

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gazpacho4Wieder zurück in Deutschland mussten auch wir nicht mehr lange auf Temperaturen über 30 Grad warten und so kam auch bald darauf der erste Gazpacho-Versuch auf den Tisch. Sie schmeckte zwar nicht schlecht aber leider doch nicht so, wie in meinen Erinnerungen. Es fehlte die gewisse Sämigkeit und irgendwie war die Gazpacho zu scharf geraten. Nicht lange hat es gebraucht und ich stieß auf die vermeintliche „Geheimzutat“. Selbstverständlich ist für alle Gazpachokenner und Freunde der spanischen Küche diese Zutat so geheim wie die Panade an einem Wiener Schnitzel. Trotz allem freute ich mich wie verrückt entdeckt zu haben, dass  eingeweichtes Weißbrot mit in jede Gazpacho gehört! Und falls auch dir, lieber Leser, jetzt ein Licht aufgegangen ist oder du einfach mal wieder Lust auf eine gute Gazpacho hast, dann habe ich hier mein Rezept für dich.

Zutaten für 2 große Portionen (als Hauptmahlzeit) oder 4 kleine (als Vorspeise):

  • 250 g Kirschtomaten
  • 1 Gurke, geschält
  • 1 gelbe Paprika
  • 1 Knoblauchzehe, gepresst
  • 3-4 Scheiben Weißbrot (je nach gewünschter Sämigkeit)
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Weißweinessig
  • Salz und Pfeffer
  • einige Blätter Basilikum

Zubereitung:

  1. Weißbrot von der Rinde befreien und in etwas Wasser einweichen.
  2. Das Gemüse klein schneiden, zusammen mit den anderen Zutaten in einen Mixer geben und gut durchpürieren. Eventuell noch etwas Eis hinzugeben, dann ist die Suppe sofort schön kalt. Wer keinen Standmixer hat schneidet das Gemüse besser extraklein, damit es sich leichter mit dem Pürierstab arbeiten lässt.
  3. Suppe abschmecken, eventuell nachwürzen und je nach gewünschter Konsistenz noch etwas Wasser zugeben. Suppe in den Kühlschrank stellen und kalt servieren.

Tipps:

  • Sind die Tomaten noch nicht ganz so aromatisch, hilft eine Prise Zucker
  • Die Säure des Essigs ist wichtig für den Geschmack der Tomaten. Hier kann ganz nach Vorliebe in der Menge oder Auswahl des Essigs variiert werden. (Ich habe momentan Birne-Quitten-Essig im Gebrauch)
  • Lecker als Beilage: Baguette, hartgekochte Eier oder guter Schinken

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