Knusprige Rosenkohltarte

2013/11/21

Rosenkohl.

Ehrlich gesagt, ich war nie ein großer Fan davon. In meinen Erinnerungen war er stets labberig, überkocht und schmeckte irgendwie muffig. Meist als Beilage zu einem deftigen Brocken Fleisch angeboten, war Rosenkohl stets das ungeliebte Anhängsel auf dem Teller. So viel zu meinen Erinnerungen. Lange ist’s her und da ich nicht sehr nachtragend bin, habe ich dem Rosenkohl nochmal eine Chance gegeben.

Wie gut, dass die kleine Knolle gerade Saison hat und damit günstig zu kaufen ist. Wie blöd, wenn man einfach nichts damit anzufangen weiß. So lag dann auch das Netz voll Rosenkohl erstmal drei Wochen im Gemüsefach des Kühlschranks, wartend auf eine zündende Eingebung meinerseits. Langsam wurden die ersten Blätter welk. Das ein oder andere Röschen musste sogar aussortiert werden. Also ran an den Kohl! Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Rosenkohl_Tarte_1Von der Beilage zur Hauptzutat befördert, finden die grünen Knöllchen ihren Platz in einer Kruste aus dünnem, knusprigen Mürbeteig. Keine Spur vom weichen, überkochten Kohl mehr. Mal etwas Anderes ist auch die Senfsauce, in welcher die Röschen gebettet sind. Um den Kohlgeschmack dennoch nicht zu weit in den Vordergrund zu rücken, gibt ihm knackige, frische Paprika  gehörig Konter. Für ein bisschen Biss sorgen außerdem Sonnenblumenkerne, die der Tarte das Körnchen, äh Krönchen aufsetzen.

Das Rezept für den Mürbeteig habe ich aus meinem Provence-Kochbuch, deswegen nennen wir ihn auch ganz vornehm Pâte Brisée. Statt wie angegeben komplett Weizenmehl zu nehmen, habe ich die Hälfte durch Vollkornmehl ersetzt. Die leicht nussige Note des Vollkorns ergänzt sich perfekt mit dem Rosenkohl.

Doppelte Menge Pâte Brisée:

Ein Tipp ist es außerdem gleich die doppelte Menge an Pâte Brisée herzustellen, denn diese lässt sich super Einfrieren und ist dann einige Monate lang haltbar. So hat man bei der nächsten Tarte ganz schnell fertigen Teig bei der Hand und spart sich Arbeit. Wichtig ist, dass bei der doppelten Menge trotzdem nur ein Eigelb genommen wird. Da man ein Eigelb leider so schlecht teilen kann, habe ich für die im Rezept verwendeten Mengenangaben, nicht 1/2 Eigelb mit angegeben.  Hier sollte aber darauf geachtet werden, dass das Ei dann nicht zu groß ist.

Rosenkohl_Tarte_2 Rosenkohl_Tarte_3

Zutaten (für 1 Tarteform):

Für den Teig (Pâte Brisée):

  • 140 g Mehl (ich habe Halbe Halbe Weizen- und Vollkornmehl genommen)
  • 120 g Butter
  • 1 Eigelb (von einem kleinen Ei, macht man die doppelte Menge trotzdem nur ein Eigelb, das jetzt auch größer sein kann, benutzen!)
  • 1 EL Wasser
  • 1 TL Salz

Für den Belag:

  • 150 g Rosenkohl
  • 1/2 Paprika
  • 1/2 Zwiebel
  • Sonnenblumenkerne
  • 2 Eier
  • 150 g Crème fraîche
  • 1 TL Senf (ich mag am liebsten körnigen)
  • Salz, Pfeffer
  • 1-2 EL Sonnenblumenkerne
  • evtl. Käse zum Überbacken

Zubereitung:

  1. Für die Pâte Brisée die zimmerwarme Butter cremig rühren. Das Mehl in eine große Schüssel sieben, in der Mitte eine kleine Mulde formen. In Diese die restlichen Teigzutaten hineingeben und einkneten. Wichtig ist hier, dass nicht zu lange und fest geknetet wird, sondern nur bis alle Zutaten gerade eben eine homogene Masse bilden. Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens 2 Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank stellen.
  2. Rosenkohl waschen, vom Strunk befreien, welke Blätter abschälen und längs teilen. Für etwa 6-7 Minuten in gesalzenem Wasser kochen. In der Zwischenzeit die Zwiebel kleinschneiden und im Öl glasig anbraten. Jetzt auch die kleingeschnittene Paprika dazugeben und bei niedriger Temperatur ca. 5 Minuten weiter braten.
  3. Die Eier verquirlen, mit Creme fraiche  und Senf verrühren und würzen.
  4. Den Teig nun aus dem Kühlschrank nehmen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche möglichst dünn ausrollen (kreisförmig). Die Tarteform mit Backpapier auslegen und den ausgerollten Teig hineingeben. Dabei die Ränder gut andrücken. Nun erst den Rosenkohl und darauf die Zwiebel-Paprika-Mischung hineingeben und mit der Eiersahne begießen. Als Topping mit Sonnenblumenkernen bestreuen. Wer will (und es sich erlauben kann) packt jetzt noch Käse obendrauf.
  5. Die Tarte nun im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad 40-50 Minuten backen.

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