Entries from Oktober 2013

Schokoladiger Scheiterhaufen an einem Doppelwochenende

2013/10/31

Ein langes Wochenende.

Die Pendelei zeigt tatsächlich einmal ihre guten Seiten, zumindest indirekt. Da ich gerade in Berlin wohne aber im brandenburgischen Umland arbeite wird mir doppeltes Wochenendglück zu teil. Zwei mal zwei Tage frei! Der Reformationstag heute und ein anschließender „Brücken-Freitag“ machen es möglich. Ich bedanke mich ganz herzlich, denn ich fand ich schon immer, dass zwei Tage Wochenende einfach viel zu kurz sind.

Doch dieses Mal ist’s anders. Doppelte Erholung, doppeltes stundenlanges Schmökern in Zeitschriften und dem Internet und schließlich doppelte Zeit für’s Werkeln in der Küche. Vielleicht schaffe ich es sogar meinen Pullover fertig zu stricken?

Scheiterhaufen1

Was ich geplant habe? Vieles und nichts. Das Ziel für Donnerstag ist es, ein gutes Buch zu finden. Im Oktober bin ich nicht zum lesen gekommen.  Nicht ein Buch! So werde ich also vormittags ganz entspannt „in die Stadt“ schlendern und mich durch dick gestapelte Regale voller Geschichten wühlen,  die alle gelesen werden wollen. Am besten wäre eines jener Bücher, die man kaum aus der Hand legen kann. Eines, das einen richtig in den Bann zieht und in dem man sich förmlich vergraben kann (vorzugsweise unter einer dicken Kuscheldecke). Vielleicht mal wieder ein (Skandinavien-)Krimi?

Bis dahin läute ich das Doppelwochenenende mit einer doppelten Portion Süßem ein. Es gibt hier sonntags zum Frühstück oft Brötchen und so bleibt ab und an mal eines übrig. Lebensmittel werfe ich ungern weg, deswegen gab’s vor einer Weile schonmal ein ein Rezept zur Brotresteverwertung, den Pflaumenmichel. Nicht minder lecker geht es heute mit einem Verwandtem des Michels, dem Scheiterhaufen zu.

Der Scheiterhaufen besteht aus abwechselnd geschichtetem Obst und altbackenem Brot, welches mit einer süßen Eier-Milch-Masse übergossen und bei mittlerer Temperatur im Ofen gebacken wird. Hier gibt’s fruchtig-säuerliche Äpfel mit, denn das kann nie schaden, ein wenig  zartbittriger Schokolade. Diese schmilzt während des Backens  und zieht wunderbare Schokoladenspuren, die von gehackten Mandeln gekrönt werden. Mmmmmhhhhh.

Scheiterhaufen2Zutaten:

  • 1 bis 2 altbackene Brötchen (je nach Größe)
  • 1 bis 2 Äpfel (am besten leicht säuerlich)
  • 1 EL Zitronensaft
  • 2 Eier
  • 100 ml Milch (wer will und darf, kann hier auch die Hälfte durch Sahne ersetzen)
  • 2 EL Zucker
  • 1/2 TL Vanilleextrakt (oder Äquivalent)
  • 40 g Zartbitterschokolade, gehackt
  • 1 EL gestiftete Mandeln

Zubereitung

  1. Zuerst die Brötchen in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Jetzt die Äpfel waschen, in Spalten schneiden und mit Zitronensaft beträufeln. Eine kleine Auflaufform fetten und die Äpfel abwechselnd mit den Brotscheiben hinschichten. (Sodass das Brot und die Apfelspalte hochkant liegen).
  2. Milch, Zucker, Eier und die Vanille gut verquirlen und über die Brötchen und Äpfel gießen. Schließlich mit der gehackten Schokolade und den Mandelstiften bestreuen.
  3. Im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad (Ober-/Unterhitze) für ca. 20-30 Minuten backen, bis die Eiermasse gestockt und das Brot leicht gebräunt ist. Wer will isst dazu noch Vanillesauce.

Mangold Tomaten Frittata

2013/10/28

Heute: was das Bloggen über’s Essen so alles mit sich bringt. Neben jeder Menge Spaß, stundenlangen Rezeptrecherchen, katastrophalem Küchenchaos und auch ein bisschen Arbeit, überrascht es mich vor allem mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen.

Es ist ja nicht nur das sture Nachkochen irgendeines x-beliebiges Rezeptes und anschließendem Foto in’s Netz schmeissen. Kreativ sein, das ist das Salz in der Suppe. Die Aufgeschlossenheit und Neugier neue Dinge auszuprobieren, die ich früher habe links liegen lassen frei gemäß dem Motto „Kennste nicht, isste nicht“. Sicher kennt jeder das ein oder andere Nahrungsmittel, welches man als Kind einfach nicht mochte und zwanzig Jahre später vermeintlich immer noch nicht mag. Broccoli, Blumenkohl oder rote Bete. Oder auch Dinge, mit denen man einfach noch nie in Berührung gekommen ist. Artischocken, Auberginen oder Süßkartoffeln. Wo wir wieder beim grünen Mangold wären.

In meiner Kindheit bin ich mit der grünen Rübe (er ist tatsächlich pro forma eine Rübe) einfach nie in Berührung gekommen. Mal abgesehen davon, dass ich ihn als Sechsjährige wahrscheinlich niemals freiwillig gegessen hätte… Da mir aber das letzte Rezept, die Mangoldpfanne, schon so gut geschmeckt hat wird er gleich auf die nächste Probe gestellt. Diesmal als Frittata. Kleingeschnittener Mangold, eingebettet in einer großzügigen Eiermasse. Da ich ein großer Geschmacksfreund von Spinat mit Tomaten bin, habe ich diese Traumkombi auch dem Mangold angedeihen lassen. Der Spinat ist dem Mangold ja geschmacklich nicht unähnlich. Eine glückliche Liaison! Der würzig-erdige Geschmack des Mangolds wird von den fruchtigen Kirschtomaten wunderbar komplettiert.

MangoldTomatenFrittata3

MangoldTomatenFrittata2Zutaten für eine Frittata:

  • 200 g Mangold
  • 1/4 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 3 Eier
  • 50 g geriebenen Parmesan
  • einige Kirschtomaten (ca. 1 Hand voll)
  • 1 EL Öl zum Braten
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

  1. Den Mangold waschen, abtropfen lassen und in Stücke hacken. Auch die Kirschtomaten vierteln. Die Zwiebel schälen und klein schneiden. Schließlich den Knoblauch pressen.
  2. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und Zwiebeln sowie Knoblauch darin glasig andünsten. Nun den Mangold dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und zugedeckt bei geringer Temperatur ca.7 Minuten dünsten. Anschließend den Mangold aus der Pfanne nehmen und nochmals abtropfen lassen.
  3. Jetzt die Eier mit dem Parmesan, Salz und Pfeffer verquirlen und in die Pfanne geben (gegebenenfalls vorher noch mal Öl hinzugeben). Sofort den Mangold und die Kirschtomaten hinzufügen und bei mittlerer Hitze stocken lassen, das dauert zwischen 10 und 15 Minuten. Die Frittata vorsichtig wenden. Dazu diese am besten auf einen Teller gleiten lassen und mit der ungebackenen Seite nach unten in die Pfanne stürzen. Noch mal etwa 5 Minuten backen

MangoldTomatenFrittata4

Tian de Pommes et Pêches {Auflauf mit Birne und Pfirsich}

2013/10/24

Eigentlich wollte ich ja nicht mehr so viel über das Wetter schreiben. Eigentlich. Doch bei den beinahe spätsommerlichen Temperaturen, mit denen diese Woche überrascht hat, fällt es mir schwer nicht doch noch ein wenig zu schwelgen und schwärmen. So richtig anfreunden wollte ich mich anfangs nicht mit annähernd zwanzig Grad und zyanblauem Himmel, mitten im Oktober. So ist das heißersehnte Ausführen des neuen Herbstmantels letzten Sonntag gründlich danebengegangen, dank ungeahnten Temperaturen und multiplen Schweißausbrüchen.
Während der gute Mantel noch ein wenig im Schrank harren muss habe ich den Abschiedskuss des Sommers schließlich doch genossen bevor er für dieses Jahr endgültig Auf Wiedersehen sagt, die Temperaturen stetig gen Null sinken und kalter Frost die Nächte beherrscht. Noch einmal ohne Jacke Fahrrad fahren, ein letztes Mal vom milden Wind das Gesicht gestreichelt bekommen, vielleicht noch ein Eis auf dem Nachhauseweg und Sonnenstrahlen, die den Rücken wärmen. Eine süße Mixtur aus Sommer und Herbst- auch auf dem Teller! tian5 tian4 Warmer, süßer Pfirsich, so gelb wie die Sonne das Laub färbt und leicht säuerliche Birne treffen aufeinander und zergehen in warmer Butter. Das Grundrezept stammt aus einem Kochbuch, welches ich mir vor Jahren gekauft habe und seitdem immer mal wieder Neu für mich entdecke,“Küche der Provençe“ von Marie-Pierre Moine und Gui Gedda, der als „Guru der Provençe-Küche“ gilt. In der Rezeptbeschreibung heißt es, der Auflauf beruhe auf einem alten Familienrezept der Geddas, was mich gleich neugierig gemacht hat. Ich habe ein Faible für alte, für ursprüngliche Rezepte. Rezepte hinter denen Geschichten stehen. Eigentlich mit Äpfeln zubereitet (was auch höchst vorzüglich schmeckt) habe ich diese also durch Pfirsich und Birne ersetzt. Das Rezept könnte einfacher nicht sein. Es braucht nicht viele Zutaten und die Zubereitung ist absolut unkompliziert.tian1tian2

Zutaten (für eine Tarte- oder kleine Auflaufform):

  • 1 große Birne
  • ein großer, saftiger Pfirsich
  • 40 g Butter
  • 50 ml kalte Milch
  • 100 g Sahne
  • 50 g gemahlene Mandeln
  • 1 TL Stärke
  • 2 Eier
  • 2 El Zucke
  • Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

  1. Das Obst gründlich waschen und in schmale Spalten schneiden. In einer großen Pfanne die Butter bei mittlerer Hitze zerlassen. Anschließend Birnen- und Pfirsichspalten hinzufügen und 3-5 Minuten braten bis sie etwas gebräunt aber noch nicht ganz weich sind. Zwischendurch behutsam wenden.
  2. Sahne, Milch, gemahlene Mandeln und Stärke in einer großen Schüssel verrühren. Schließlich die Eier und den Zucker unterrühren und das Obst anschließenend unterheben.
  3. Eine Auflauf- oder Tarteform leicht buttern und die Teigmischung einfüllen und etwas glattstreichen. Im vorgeheizten Ofen bei 200 Grad für etwa 35-45 Minuten backen. Der Tian ist fertig, wenn er fest und gut gebräunt ist. Mit Puderzucker bestreuen und noch warm servieren.

Rote Bete Suppe mit Apfel

2013/10/19

Viel ist zu tun und ich bin kaum daheim. Abends ist gerade mal Zeit für ein schnelles Abendbrot, bevor mir auf der Couch die Augen zufallen. Die Zeit vergeht und ich grübel, wo ist der Herbst? Vor zwei Wochen noch in voller Pracht, steht die Buche vor dem Schlafzimmerfenster plötzlich kurz vor der Kahlheit. Ein paar letzte Blätter klammern sich verzweifelt an die fast schon kahlen Äste, während der Wind wütend an ihnen zieht. In den Geschäften wird die frisch eingetroffene Weihnachtsware präsentiert. Erste Adventskalender stapeln sich in den Supermarktregalen. Dabei will ich doch noch den Herbst erleben! Der erdige Geruch, von gefallenem Laub. Das kühle, glatte Gefühl in den Händen beim Kastaniensammeln. Das vertraute Geräusch raschelnder Blätter beim Gehen. Der milde Geschmack von süßen Birnen. Eine Ode an den Herbst. Zum Beispiel mit saisonalem Gemüse aus regionalem Anbau. Die rote Bete ist so ein Fall. Ihr erdiger Geschmack wird durch die süßen Äpfel überraschend gut komplettiert. Ein echtes Herbstgericht für kühle Abende

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Zutaten (für 2 Portionen):

  • 2 Knollen rote Bete
  • 2 leicht säuerliche Äpfel
  • 1/2 Zwiebel
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 100 ml Sahne
  • Öl zum Braten
  • Salz und Pfeffer.

Zubereitung:

  1. Rote Bete schälen und in Stücke schneiden. Äpfel vierteln, entkernen und ebenfalls in Stücke schneiden. Zwiebel schälen, würfeln und in Öl glasig anbraten. Rote Bete und Äpfel zugeben und kurz mitdünsten.
  2. Nun die Brühe aufgießen (soviel, dass alles bedeckt ist) und Die Suppe etwa 20 Minuten bei niedriger Temperatur köcheln lassen. Ist die Rote Bete weich, die Suppe pürieren und Sahne unterrühren. Das Ganze schließlich mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.

Apfelkompott rustikal

2013/10/10

Für den Moment hat sich der Herbst von seiner goldenen Seite verabschiedet. Graue Tage wechseln einander ab und der Nieselregen schlägt leise auf’s Gemüt. Aber auch das liebe ich an dieser Zeit des Jahres. Melancholische Gedanken an wolkenverhangenen Tagen. Regen, der stetig gegen die Fensterscheibe prasselt, während man drinnen einen heißen Kakao genießt. Undurchsichtiger Morgennebel, der sich dann leise verabschiedet, um unerwartetet warmen Sonnenstrahlen den Weg zu bahnen.

apfelkompott_1
Manchmal sind es die einfachen Dinge, die einen glücklich machen. Dass es nicht immer kompliziert sein muss, beweist auch das heutige Rezept. Wenige Zutaten, wenig Aufwand. Während Äpfel zum kochen meist geschält werden, habe ich mich entschlossen sie einfach mit der Schale zu verarbeiten. Das spart nicht nur Zeit, sondern gibt dem Kompott auch eine schöne orange-goldene Färbung. Das ist der Herbst, konserviert in seiner schönsten Form. Der sparsame Gebrauch von Zucker und ein bisschen Ingwer geben den Äpfeln eine rustikale Note mit auf den Weg. Entweder gleich und noch warm genießen oder in Einmachgläser füllen.
apfelkompott_3Zutaten:

  • 500 g Äpfel
  • 50 ml Wasser
  • 1 TL geriebenem Ingwer
  • 1 TL Vanillemark
  • 2 EL brauner Zucker

Zubereitung:

  1. Äpfel mit der Schale in Würfel schneiden und zusammen mit den restlichen Zutaten kurz aufkochen.
  2. Alles 20-30 Minuten auf mittlerer Hitze köcheln lassen und in Einmachgläser füllen.

Tipps: Einmachgläser heiß auswaschen und das heiße Apfelkompott gleich einfüllen. Schmeckt sensationell mit Joghurt, Eis, Vanillesoße.

Kraft Kekse

2013/10/03

Das berühmte Loch im Bauch. Ein hohles Gefühl, bohrend und mit der Zeit immer größer werdend. Irgendwann hat man nicht einfach nur hunger, sondern fängt an nervös zu werden. Es sollen schon schlimme, an Raserei grenzende Wutausbrüche in diesem Zustand vorgekommen sein.

Folgendes Gedankenspiel. Ein Arbeitstag. Man isst regelmäßig Frühstück, auch auf das Mittagessen wird selten verzichtet. Aber in der Zeit dazwischen, ja da meldet sich nun das berühmte Loch im Bauch. Nun hat man also die Wahl. Durchhalten, durchdrehen oder schnell was essen.

Durchhalten. Das Loch beginnt zu wachsen, man wird unfreundlich, fahrig. Beim Mittagessen angekommen, wird sich alles auf’s Tablett geschaufelt, was nach Energie aussieht. Die große Reue kommt schnell.

Durchdrehen. Alle Leute müssen leiden.

Schnell was essen. Morgens halb Zehn in Deutschland. ‚Nen Knoppers? Schnell einen Schokoriegel? Meh. Das Loch ist gestopft aber wirklich zufrieden ist man nach so einer Kalorienbombe eher selten.

Die Lösung ist ganz nah. Gestatten? Der Kraftkeks! Er enthält nicht nur eine doppelte Portion Schokolade, sondern auch viele Ballaststoffe (die ja bekanntlich länger sättigen) in Form von Hafer- und Dinkelflocken und vieles mehr.

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Zutaten (für 9 Kekse):

  • 1/2 Tasse Vollkornmehl
  • 1/2 Tasse Dinkelflocken
  • 1/2 Tasse Haferflocken (grobblättrig)
  • 1/2 Tasse Sonnenblumenöl
  • 2 EL Agavendicksaft
  • 3 EL Kakao
  • 3 EL geraspelte Zartbitterschokolade
  • 2 EL gehackte Haselnüsse
  • 1/2 weiche Banane, mit einer Gabel zerdrückt
  • 1/4 Tasse Hafermilch (o.ä.)
  • 2 EL Salatkörner (Sonnenblumen-, Pininenkerne etc.)
  • 1/2 TL Backpulver

Zubereitung:

  1. Alle trockenen Zutaten gut mischen, dann Banane, Hafermilch und Öl zugeben. Gut verrühren bis ein einheitlicher Teig entsteht.
  2. Esslöffelweise auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und leicht platt drücken. Im vorheizten Ofen bei 190 Grad Ober-/Unterhitze ca. 25 Minuten backen. Gut auskühlen lassen und in einem luftdichten Behälter aufbewahren.

Tipps: Ist der Teig nach Zugabe der flüssigen Zutaten noch zu trocken, einfach noch einen Schluck Milch hinzugeben. Die Zutaten können nach persönlichen Vorlieben variiert werden. Mehr Schokolade. Weniger Schokolade. Nur Sonnenblumenkerne. Ahornsirup. gehackte Walnüsse. Und, und, und.

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